Ueber neue Derivate des Digitogenins

H. Kiliani, M. Bazlen
1894 Archiv der Pharmazie  
In der letzten Abhandlung tiber obigen Gegenstand l) wurde die Vemutung ausgesprochen, dafa "die Digitsaure und mit ihr das Digitogenin, sowie dessen sonstige Derivate in naher Beziehung zu den Terpenen stehen." Auch die Moglichkeit, hierfiir einen einfachen experimentellen Beweis zu erbringen, schien bereits gegeben, insofern es gelungen war, unter den Oxydationsprodukten der Digitsaure-Mutterlaugen eine zweibasische Saure C, HI4 0, aufzufinden, welche moglicherweise identisch war mit der
more » ... ch war mit der Isopyrocamphersaure von M a r s h und G a r d n e r. Dieve Hoffnung wurde leider getauscht, doch gelang es wenigstens durch anderweitige Versuche im Abbau der Digitsiiure, einen wesentlichen Fortschritt zu erzielen. Hiexfiber, sowie iiber verschiedene sonstige Erfahrungen, welche inzwischen gesammelt wurden, sol1 im Folgenden berichtet werden. V e r b e s s e r t e D a r s t e 11 u n g d e r D i g i t o g e n s a u r e. Das Ausgangsmaterial ftir diese Untersuchung, das DigitoniD, ist ziemlich kostspielig und kann in grofserer Menge iiberhaupt nur schwer beschafft werden ; iiberdies schrumpft dasselbe schon durch die Abspaltung der beiden Zuckermolekiile auf 30 Proz. (theoretisch 36,8 Proz.) e, seiner urspriinglichen Grofse zusammen. Nun erhlilt man weiter aus dem Digitogenin 60 Proz. Digitogensaure, und aus dieser endlich 30 Proz. Digitsaure, d. h. aus 100 g reinem krystallisiertem Digitonin konnen auch bei grofster Sorgfdt, und obwohl die Einzelausbeuten nicht geradezu schlecht sind, nur 100 . 0,3 .0,6 .0,3 = 5,4 g Digitsaure gewonnen werden, also eine recht kgrgliche Menge. Jede Vermehrung der Ausbeute an Digitogensaure oder Digitsaure ware also freudigst zu begriirsen. Wir haben deshalb in dieser Richtung eine Reihe von Versuchen angestellt, bedauerlicher Weise aber nur negative Resultate erhalten. Lediglich in Bezug auf Einfachheit und Billigkeit vermochten wir die Darstellung der Digitogensaure bedeuhnd vorteilhafter zu gestalten. 1) Dieses Archiv 1893. S. 448. 2) S. dieses Archiv Bd. 230. S. 261.
doi:10.1002/ardp.18942320503 fatcat:ea5ndael2ff75bqmtqvf7zpmjm