Besprechungen

1915 Orientalistische Literaturzeitung  
sein Vater und König war über die Assurer" -eine der deutlichsten Glossen, die mir bisher vorgekommen sind. Aber selbst wenn man das nicht erkannte: an unserer Stelle ist doch nur von einem Könige dieses Namens die Rede, und wenn Herodotos deren zwei angenommen hätte, dan η hätte er doch wohl gesagt, welchen von beiden er meine. Aber er kennt überhaupt nur einen, der auch I 77 erwähnt wird, wo Nabunetos, wie doch Herodotos selbst offenbar geschrieben hat, als Zeitgenosse des Kroisos niemand
more » ... Kroisos niemand anders ist als -Nabuned. Das sind alles Dinge, zu deren Richtigstellung man eigentlich die Keilschrifttexte nicht gebraucht hätte, und ebenso wenig das Datum der Finsternis. Bereits vor acht Jahren habe ich (in OLZ 1907 Sp. 23) aber betont, dass Kroisos erst 555 auf den Thron kam und der letzte Mederkönig erst 553, nach Ausweis keilinschriftlicher Zeugnisse 1 . Also regierte Walweiates bis 555, Hwahsatara II. bis 553. Dazu stimmt die Angabe des Herodotos, nach der beide um 556, wo Nabuned zur Herrschaft gelangt, noch leben! "Walweiates gibt beim Friedensschlüsse dem Sohne seines Gegners seine Tochter zur Frau: Astuwega II. heiratet die Aruanis. Auch diese Angabe ist durchaus glaubwürdig, und so wird es auch die der Finsternis-Schlacht sein, und jedenfalls fällt in die vorauszusetzende Zeit wirklich die gesuchte Sonnenfinsternis. Wesentlich anders sieht es mit der Frage aus, ob Thaies diese Finsternis vorausgesagt habe. "Wenn er es konnte, dann muss er ein Gott gewesen sein. Mir scheint aber, die Stelle, die ihm diese Voraussage zuschiebt, ist gleichfalls eine in den Text gerutschte Fussnote, und solange wir nicht wissen, ob sie wenigstens von Herodotos selbst herrührt, glaube ich sie aus dem Spiele lassen zu müssen. Einen Einfluss auf unsere Erkenntnis der geschichtlichen Vorgänge hat diese Thaies -Verfinsterung gewiss nicht. Das "Weiseste aber ist die Zeit, und was sie noch nicht heraus gebracht hat, das wird sie noch ermitteln. Besprechungen. Norbert Peters: Das Buch Jesus Sirach oder Ecclesiasticus übersetzt und erklärt. (Exegetisches Handbuch zum AT herausg. von Johannes Nikel. 25. Bd.) M. 8 -; geb. M. 9 20. Münster i. W., Aschendorff, 1913. BeBpr. v. F. Perles, Königsberg i. Pr. Das vorliegende "Werk reiht sich würdig den früheren auch an dieser Stelle 2 besprochenen Sirach-Publikationen des Verfassers an. Es 1 Vgl. OLZ 1914 Sp. 60 ff. 5 OLZ 1902, 488ff.; 1905, 454.
doi:10.1524/olzg.1915.18.16.57 fatcat:xrn5li7ehbhidi4jkjroao3h6m