Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten bei Demenz [chapter]

Torsten Kratz
2015 Starterkit Klinikalltag mit Schwerpunkt Psychiatrie  
Gerade zu Beginn der psychiatrischen Ausbildung stellen Verhaltensänderungen von Menschen mit kognitiven Defiziten eine große Herausforderung für den klinischen Alltag dar. Demenzkranke erleiden, neben der Beeinträchtigung ihrer kognitiven Fähigkeiten mit zunehmendem Verlauf der Erkrankung, auch psychische Symptome. Gerade diese fordern jedoch häufig eine ärztliche Intervention. Häufig werden diese psychischen Symptome im Rahmen einer Demenz als Verhaltensauffälligkeiten oder nicht-kognitive
more » ... nicht-kognitive Symptome bei Demenz bezeichnet. Abzugrenzen sind davon organisch-affektive und organisch-wahnhafte Störungen bei Demenz. Ursachen der Verhaltensstörungen bei Demenz Demenzpatienten entwickeln in Abhängigkeit vom Demenztyp unterschiedliche Verhaltensauffälligkeiten. Eindrücklich sind dabei produktive Symptome (Wahn, Aggressivität und Enthemmung), genauso häufig treten jedoch auch reaktive Symptome (Depressivität, Apathie, Nichtaufnahme von Nahrung) auf. Verhaltensauffälligkeiten im Rahmen der Demenz können Teil der Demenzerkrankung sein (z.B. bei der Lewy-Körperchen-Demenz). In den meisten Fällen sind sie jedoch Ausdruck einer somatischen oder psychischen Komorbidität. Häufige Ursache für Aggressivität, Unruhe und Enthemmung im Rahmen einer Demenzerkrankung sind Schmerzen (z.B. unerkannte Frakturen nach Stürzen
doi:10.32745/9783954664610-5.1 fatcat:euq42wix3fa6pnizbrw7pdhvpe