Irrigation suction drainage and negative pressure wound therapy of lower extremity vascular graft infection in ileofemoral region [thesis]

Kristaps Bokums
2018
Die ileofemorale arterielle Gefäßprotheseninfektion ist eine seltene Komplikation, die eine hohe Morbidität und Mortalität verursacht. Das führt meistens dazu, dass sich die klinischen Ergebnisse verschlechtern, die Lebensqualität leidet und die Krankenhauskosten steigen. Die Risikofaktoren, die zu einer Gefäßinfektion im Ileofemoral-Bereich führen, können sehr unterschiedlich sein und durch vielerlei Faktoren bedingt sein. Die Modifikation von Risikofaktoren kann das klinische Ergebnis
more » ... he Ergebnis verbessern und kann ökonomisch sinnvoll sein . Die Behandlung von Gefäßprotheseninfekten stellt auch heutzutage eine sehr große Herausforderung im Bereich der Gefäßchirurgie dar. Das Infektionsmanagement schließt mehrere Behandlungsmethoden ein. Dazu zählen u.a. die chirurgische Behandlung mit Sanierung der Infektion (Goldstandard), und im Anschluss die Vacuum Assisted Closure Therapie (VAC) oder eine kontinuierliche Saug-Spül Drainage (SSD) in Kombination mit einer Breitspektrum Antibiotika-Therapie. Die VAC Behandlung spielt eine zunehmende Rolle in der Behandlung der Gefäßprotheseninfektion. Vor allem im letzten Jahrzehnt wurden gute klinische Ergebnisse für diese Therapie publiziert. Eine andere Methode ist die SSD Therapie für die Behandlung der Gefäßprotheseninfektion. Diese Therapiemethode ist im Vergleich zur VAC Therapie etwas wenig modern, jedoch wurden auch in der Vergangenheit gute Ergebnisse berichtet. Hypothese Diese Untersuchung besteht aus zwei Teilen: Teil 1 analysiert die verschiedenen Risikofaktoren, die einen Einfluss auf die Entwicklung der Gefäßprotheseninfektion nach der Operation haben können. In dieser Studie werden nicht nur traditionelle Risikofaktoren analysiert, sondern auch einigen spezifische Risikofaktoren wie Elektrolytstörungen, frühere orthopädische und unfallchirurgische Eingriffe im Bereich der Gefäßprotheseninfektion sowie die Auswirkungen von Chemotherapie und Bestrahlungstherapie. Die Auswirkungen dieser Risikofaktoren sind in bisherigen publizierten Veröffentlichungen nicht ausreichend dokumentiert. Der zweite Teil dieser Studie umfasst die Analyse zweier Behandlungsmethoden bei Gefäßprotheseninfektion: Die VAC Therapie und SSD Therapie. Analysiert werden die klinischen Ergebnisse und wirtschaftliche Aspekte dieser beiden Behandlungsmethoden. Material und Methoden Insgesamt 57 Patienten mit Gefäßprotheseninfektionen im Ileofemoral-Bereich im Zeitraum zwischen 2007 und 2015 wurden in diese Studie miteinbezogen. Das Contilia Herz und Gefäßzentrum Essen führte insgesamt 6323 Operationen bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit im Ileofemoral-Bereich in diesem Zeitraum durch. Die Patienten stimmten bei Aufnahme der systematischen Erfassung von Daten zur Qualitätssicherung zu. Die Patienten wurden retrospektiv in zwei Gruppen aufgeteilt: In die erste Gruppe wurden Patienten mit einer Gefäßprothesen-Infektion, die mit der VAC Therapie behandelt wurden, aufgenommen. Die zweite Gruppe schloss Patienten ein, die mit SSD Therapie therapiert wurden. Die Akten der konsekutiven Patienten wurden retrospektiv analysiert, um mögliche Risikofaktoren und Ausschlusskriterien zu identifizieren. Zusätzlich wurden Entzündungsparameter, Transfusionsparameter, Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation, Gesamtaufenthalt sowie Morbidität und Mortalität retrospektiv erfasst. Bakteriologische Kulturen von tiefen Wundabstrichen sowie Antibiotika-Therapien wurden ebenfalls für jede Patientengruppe analysiert. Die Schwere der Gefäßprotheseninfektion bei allen beobachteten Patienten wurde nach Szilagyi klassifiziert. Die follow-up Zeit nach der ersten gefäßchirurgischen Revision in dieser Studie betrug ein Jahr. Sobald die Patienten eine erneute Gefäßprotheseninfektion im Zeitraum dieses einen Jahres entwickelten, wurde eine detaillierte Analyse der Patientendaten für ein halbes Jahr nach der ersten Diagnose einer Gefäßprotheseninfektion durchgeführt. Der ökonomische Aspekt wurde für beide Gruppen nach der ausgewählten Therapieoption abgewägt: VAC Therapie oder SSD Therapie. Die Materialkosten für jede Therapiemethode wurden sowohl pro Tag als auch als gesamte Behandlung für beide Gruppen berechnet. Ergebnisse In die Studie wurden insgesamt 57 Patienten eingeschlossen, 21 Patienten in die SSD Therapie Gruppe, 36 in die VAC Therapie Gruppe. Der Altersdurchschnitt lag bei 66,8 Jahren (von 34 bis 82) in der SSD Gruppe und 71,3 Jahren (von 55 bis 90) in der VAC Gruppe. In der SSD Gruppe waren 33,3% weibliche und 66,7% männliche Patienten, während in der VAC Gruppe 36,1% weiblich und 63,9% männlich waren. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer im Krankenhaus betrug 34 Tage für die SSD Gruppe und 38 Tage für die VAC Gruppe. Der Aufenthalt auf der Intensivstation betrug 5 Tage in der SSD Gruppe versus 4 Tage in der VAC Gruppe. Die am häufigsten isolierten bakteriologischen Spezies aus dem Infektionsareal waren in beiden Gruppen Staphylococcus aureus sowie Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus. Andere häufig auftretende Mikroorganismen enthalten Escherichia coli und Pseudomonas aeruginosa. Es gab keine Unterschiede in den isolierten Mikroorganismen zwischen beiden Gruppen. Die Analyse der Risikofaktoren wie Diabetes, Elektrolytstörungen, Nikotinabusus oder Alkoholmissbrauch usw. zeigte keinen statistisch relevanten Unterschied zwischen den beiden Gruppen. Jedoch waren diese Faktoren bei vielen Patienten in beiden Gruppen vorhanden und spielten eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der vaskulären Implantatinfektion. Die Amputationsraten betrugen in der SSD Gruppe 33,3% (7/21) und in der VAC Gruppe 27,8% (10/36), die Mortalitätsraten 9,5% (2/21) und 8,3% (3/36) für die SSD Gruppe und die VAC Gruppe. Beide Parameter zeigten keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen (p> 0,05). Die Initialkosten der SSD Therapie betrugen 20,50 €. Die Materialkosten pro Tag waren 4,36 €. In der VAC Gruppe kosteten die Behandlungen -je nach Wundbereich -von 276,08 € bis 293,44 €. Die Materialkosten für VAC Wechsel -die alle 4 Tage durchgeführt wurden -reichten von 73,32 € bis 84,60 €, je nach Wundbereich. Dies führte zu einem statistisch-signifikanten Unterschied (p <0,01) zwischen den beide Gruppen. Zusammenfassung Gefäßprotheseninfektionen im Ileofemoral-Bereich sind schwere Komplikationen mit erheblichen klinischen und wirtschaftlichen Konsequenzen und beeinflussen die Lebensqualität der Patienten immens. Die Risikofaktoren für eine Gefäßprotheseninfektion sind Diabetes mellitus, Nikotinabusus oder Alkoholmissbrauch und Arteriosklerose. Diese Risikofaktoren wurden nicht nur in beiden Patientengruppen sondern auch in der publizierten Literatur ausreichend dokumentiert. Durch die Studie wurden auch Elektrolytstörungen oder frühere chirurgische Operationen bzw. Manipulationen im Ileofemoral-Bereich als Risikofaktor charakterisiert und könnten kausal bei der Entwicklung der Gefäßprotheseninfektion sein. Weitere Studien sollten zukünftig folgen, um diese Risikofaktoren weiter detailliert zu analysieren. Die VAC Therapie oder die SSD Therapie sind zu Therapie der ileofemorale Gefäßprotheseninfektion geeignet. Obwohl beide Methoden in dieser Studie ähnliche klinische Ergebnisse zeigte, schien die SSD Therapie einen ökonomischen Vorteil im Vergleich zur VAC Therapie zu besitzen. Nachteil der SSD Therapie ist, dass diese nur angewandt werden kann, wenn der Patient kleinere Wundflächen hat. Patienten mit ausgeprägt infizierten Wundbereichen (> 80 cm 2 ) sollten nur mit der VAC Therapie behandelt werden. Abstract Introduction Lower extremity vascular graft infection is a rare but potentially hazardous complication associated with long hospital stay, worsened clinical outcome, poor quality of life, and high hospital costs. The risk factors leading to vascular graft infection are very specific and are mostly multifactorial. Reduction of risk factors can improve vascular graft surgery outcome and has an important impact on economics. Vascular graft infection is one of the most challenging issues in vascular surgery. Graft infection management includes different treatment methods, such as graft surgery (gold standard), vacuum assisted closure therapy (VAC), and irrigation suction drainage (ISD), in combination with antibiotic therapy. VAC therapy is playing an important role in vascular graft infection management, especially in the last 2 decades, with good results. ISD therapy is for vascular graft infection management alternative method; this elder technique, however, shows good clinical outcomes, as well. Objectives This study was divided into 2 partspart 1 involved the analysis of different risk factors that may have an effect on the development of vascular graft infection after surgery. In this study, not only traditional risk factors but also several specific factors, such as electrolyte imbalance, previous orthopedic procedures on the ipsilateral site of the vascular graft, and the impact of chemotherapy and radiation therapy have been analyzed. The impact of some of these risk factors is not well documented in articles that have already been published. The second part of this study involved analysis of 2 vascular graft infection management methodsvacuum assisted closure therapy and irrigation suction drainage therapy. The clinical outcomes of patients subjected to the 2 methods have been analyzed, as well as economical aspects. Materials and Methods 57 patients with lower extremity vascular graft infections in the time period between 2007 and 2015 were included in the study. The Contilia Heart and Vascular surgery center performed 6323 lower extremity arterial graft operations overall during the respective time period. Patients were divided into 2 groups based on clinical management: in the first group, vacuum assisted drainage (VAC) therapy was used to manage vascular graft infections, while in the second group, irrigation suction drainage (ISD) therapy was used. The patients' clinical histories were analyzed retrospectively to identify possible risk factors for the development of vascular graft infection. Additionally, inflammatory parameters, transfusion parameters, length of stay in the intensive care unit (ICU), and total length of stay during the time of vascular graft infection management, as well as morbidity and mortality were analyzed. Bacteriological probes of wound swabs, as well as antibiotic therapies, were analyzed for each patient group retrospectively. Graft infections in all of these patients were classified according to Szilagyi's classification. The follow-up period after initial vascular graft surgery in this study was 1 year. If patients developed vascular graft infection, follow-up period after diagnosed infection was 6 months. The economical aspect was analyzed for both groups according to the selected therapy option: ISD therapy or VAC therapy. The technical equipment costs for each therapy method were calculated and compared per day, as well as the total treatment costs for both groups. Results A total of 57 patients were included in this study. Of these, 21 patients were included in the ISD group, while 36 patients were included in the VAC group. Median age was 66.8 years (range, 34-82) in the ISD group vs. 71.3 (range, 55-90) in the VAC group. In the ISD group, 33.3% were female and 66.7% were male, while in the VAC group, 36.1% were female and 63.9% were male. Mean length of stay in the hospital was 34 days for the ISD group vs. 38 days for the VAC group. Mean duration of ICU stay was 5 days in the ISD group vs. 4 days in the VAC group. The most commonly isolated bacteriological species from the surgical site infections were Staphylococcus aureus and Methicillin-resistant Staphylococcus aureus. Other common microorganisms included Escherichia coli and Pseudomonas aeruginosa. There were no differences in the isolated microorganisms between the groups (table 5). Analysis of lower extremity risk factors showed no statistical difference between the groups with regard to vascular graft infection risk factors such as diabetes, electrolyte imbalance, smoking, alcohol abuse, etc. However, these factors were present in many patients in both Content Abbreviations 3 Eidesstattliche Versicherung 97 Curriculum Vitae 98
doi:10.5282/edoc.22516 fatcat:xz5lkswanfexzcsvqsjwhhm7g4