Ueber die Choleraniere.1)

E. Leyden
1892 Deutsche Medizinische Wochenschrift  
Wenn ich heute meine Absicht ausführe, im Anschluss an die drei interessanten Vorträge, welche wir hier über die Cholera gehört haben, Ihnen einige Präp ar at e d e r C h o 1 era n i e r e vorzulegen, so glaube ich, vorerst heute schon daran erinnern zu sollen, dass die wichtige Publication von Herrn y. Pettenkofer in München auch bei unseren Discussionen die volle Berücksichtigung wird finden müssen. y. Pettenkofer, der verdiente Senior unserer Epidemiologen, hat in München einen Vortrag über
more » ... einen Vortrag über Cholera gehalten, der ein allgemeines Interesse erregt hat. Ich glaube, auch an dieser Stelle werden wir dem ausgezeichneten Forscher nicht unsere Bewunderung und Anerkennung versagen dürfen, dass er mit so viel Aufopferung und Muth sein Leben für seine wissenschaftlichen Ueberzeugungen einsetzte. Wie sich die weitere Discussion über seine hochwichtigen Mittheilungen entwickeln wird, darüber will ich mich in diesem Augenblick nicht weiter äussern, aber soviel, glaube ich, können wir jetzt schon sagen, dass wir diesen Mittheilungen neue Anregungen zu danken haben und namentlich einen Hinweis darauf, dass wir nicht die ganze Pathologie der Cholera auf den Kominabacillus allein bauen dürfen. Die Besprechung der einzelnen Punkte möchte ich auf die spätere Discussion verschieben, zumal die Zeit schon etwas vorgerückt ist. Ich für meinen Theil stehe der Publication y. Pettenkofer's insoweit sehr sympathisch
doi:10.1055/s-0029-1209953 fatcat:othti5jbdradfi2uss6656u6dy