Bemerkungen zur Theorie der Halluzinationen

Josef Berze
1910 Archiv für Psychiatrie und Nervenkrankheiten  
In einer grossangelegten und hochinteressanten Arbeit vertritt Goldstein hinsichtlich der Theorie der Halluzinationen einen psychologischen Standpunkt~ der seiner Meinung nach "berufen sein dfirfte, sowohl den normalen psychologischen Vorg~ngen, wie den mannigfaltigen halluzinatorischen" Ph~nomenen besser gerecht zu werden ~, als die Arbeiten yon Psychiatern fiber die Theorie der Halluzinationcn~ deren ~,psycho]ogische Grundvoraussetzung die Lehre yon der prinzipiellen Differenz yon Wahrnehmung
more » ... und Vorstellung als psychischen Tat-best~tnden" is~. Goldstein behandelt im ersten Teile seiuer Arbeit die normalen u und gelangt durch seine Untersuchungen zu dem Ergebnis, erstens, dass ,das Erinnerungsbild einer Wahrnehmung ebenso wie diese .selbst aus einem sinnlichen und einem nichtsinnlichen Bestandteile zusammengesetzt ist, dass beide Phanomene sich mehr gradue]l als prinzipiell yon einander zu unterscheiden scheinen", zweitens, dass ,zwar die verschiedenen Eigentfimlichkeiten der psychischen Ph~nomene sclbst meist ein sicheres Urteil darfiber ermSglichcn, ob einem Bewusstseinszustand eine objektive Realit~t entspricht oder nicht~ im ietzten Grunde abet dieses Urteil auf dem Bewusstsein der Uebereinstimmung der Einzelwahrnehmung mit dem gesamten augenblicklich zur Verffigung stehenden Wahrnehmungsfeld beruht". Im zweiten Teile ffihrt der Autor aus, was sich aus seiner Anschauung fiber das Wesen tier Erinnernngsbilder ffir die Theorie der Halluzinationen ergibt. ,Von einer Differenz des den Perzeptions-and dell ,Reperzeptions~'-Halluzina _ 1) Unter besonderer Beriicksichtigung der Arbeit yon Goldstein: Zur Thoorio der t!alluzinationen. Studien fiber normale and pathologische ~ahrnehmung. Archly f. Psychiatrie. Bd. 44: H. 2 u. 3. 65* 1) Berze, Ueber das Bewusstsein der Halluzinierenden. Jahrb[ioher f[ir Psyohiatrie u. b!ourologie. 1897.
doi:10.1007/bf02029466 fatcat:uhr7treuinfsvlnq2kd2ump37q