Ueber den Ursprung der Lymphgefässe im Hoden

Conrad Tommasi
1863 Virchows Archiv  
Die Frage tiber den Ursprung der Lymphgef~isse des Hodens hat ein besonderes Interesse erlangt durch die im Laufe des vorigen Jahres yon Ludwig und Tomsa dariiber veriiffentlichte Untersuchung*). Bei den Studien, welehe ich tiber diesea Gegenstand ansteUte, habe ich reich derselben Methoden, wie die beiden genannten Forseher bedient, n~imlich der Injection der Lymph-gef~isse mit Leim und der einige Stunden vor dem Tode der Hunde ausgeftlhrten Unterbindung der grossen Lymphstiimme des
more » ... imme des Samenstranges. Mit Gltick habe ich ferner reich der vortrefflichen neuen Methode yon v. Reeklinghausen bedient, nach welcher die Epithelien und feinen Canalnetze, welche die Substanz des Bindeg ewebes durchsetzen, durch die Behandlung mit salpetersaurem Silberoxyd sichtbar werden. Diese Methode besitzt neben dem Vorzuge, Grenzen zwischen den Elementartheilen, welche im normalen Zustande nicht besonders deutlieh erseheinen, sch~irfer hervortreten zu lassen, noch den anderen namentlieh, fiir unseren Fall sehr wiehtigen Vortheil, die nattirliehe gegenseitige Lage der verschiedenen Elemente des Gewebes zu erhalten. Die Methode erlaubt daher alle histologischen Details viel vollst~indiger zu erkennen, als das andere Verfahren, nach welchem die Riiume mit einer wean aueh aoch so durehsichtigen, doeh immer imGewebe eingelagert bleibenden [~Iasse geftillt und ausgedehnt werden. Ich babe die Silberli~sung in zwei Weisen angewendet, entweder indem ich sie in die L),mpbgef~isse des Hoden injicirte, oder indem ich einfach frische und feine Schnitte des Organs damit behandelte. *) Die Lymphwege des Hodens etc. Sitzung der k, k. Acad. in Wien. 24. April 1862.
doi:10.1007/bf01931793 fatcat:itjtvj6hrrfg5c5gvfd4zs3wiy