Zu den römischen Verhandlungen über die Bestätigung Erzbischof Albrechts von Mainz i. J. 1514

P. Kalkoff
1904 Archiv für Reformationsgeschichte - Archive for Reformation History  
In den Studien zur Geschichte des kirchlichen Finanzwesens", die A. Schulte iu sein Buch Uber "die Fugger in Kom 1495 -1523" verwoben hat, 1 ) behandelt er in erster Linie neben dem an der Kurie zentralisierten Pfründenhandel das Ablaßwesen sowohl im allgemeinen wie nach dem Verlauf einiger besonders wichtiger Ablässe, nicht ohne auch die religiösen und sittlichen Beziehungen dieser Institution und die durch ihre Entartung hervorgerufenen Wirkungen nachdrücklich zu schildern und die für das
more » ... und die für das Ueberhandnehmen der Mißbräuche am Vorabend der Reformation verantwortlichen Personen scharf zur Rechenschaft zu ziehen. Zugleich aber führt er den Nachweis, daß die Ablässe ebenso wie die bei Uebertragung der kirchlichen Amter erhobenen Abgaben die Bedeutung einer Besteurung der Gläubigen für Zwecke des allgemeinen Kirchenregiments angenommen hatten, was sich die weltlichen Regierungen, Fürsten wie Städte, im Wettbewerb mit der Kurie zu Nutze zu machen suchten. In diesem Zusammenhange dürfte er nun mit der kurialen Praxis bei einer wichtigen Gelegenheit doch zu scharf ins Gericht gegangen sein; ich meine seine Beurteilung der bei Genehmigung der Mainzer Wahl Albrechts von Brandenburg geforderten Gebühren für die Beibehaltung der Stifter Magdeburg und Halberstadt als einer "simonistischen Handlung"; auch die Frage nach den hierbei für den Papst und seine intimsten Ratgeber maßgebenden Gesichtspunkten sowie nach der Persönlichkeit des "Unbekannten", der in den Verhandlungen mit der Mainzisch-Magdeburgischen Ge-') Leipzig 1904. 1. Band: Darstellung. 2. Band: Urkunden. 6* Brought to you by | provisional account Unauthenticated Download Date | 7/9/15 5:56 AM ') Joh. Tetzel, der Ablaßprediger. Mainz 1899. S. 70 ff. 2 ) Als Miltitz etwa am 18. Januar in Leipzig dem Ablaßprediger die bekannten Vorwürfe machte wegen seines eigennützigen Gebahren.s und ihm vorhielt, wie schlecht er dem Papst "und meinem gn. Herrn von Mentz" gedient habe, hatte er soeben, was bisher nicht beachtet wurde, den Erzbischof persönlich begrüßt. Er ist nämlich, wie aus Brought to you by | provisional account Unauthenticated Download Date | 7
doi:10.14315/arg-1904-0406 fatcat:wtjzkglapfelpkkm24vkdtjom4