Erfahrungen an den letzten 10000 Geburten mit besonderer Berücksichtigung des Altersbildes

Erwin Zweifel
1913 Archiv für Gynäkologie  
Einleitunga Als Ziel dieser Arbeit lag der Gedanke zugrunde 7 an einer grSsseren Anzahl den Einfluss zu ermitteln: den alas Lebensalter der Kreissenden auf die Lage des Kindes und auf den Verlauf der Gebur~ im allgemeinen ausiibt. Zu diesem Zweck musste sowohl die H~ufigkeit fesNestellt werden, mit der sieh die Geburten auf die versehiedenen Lebensperioden verteilen, als aueh das prozentuale Verhaltnis der Geburtskomplikationen, wie wir sie in den versehiedenen Lebensperioden beobachten, kls
more » ... beobachten, kls zweckmgssig ersehien es, Erst-und Mehrgebgrende gesondert zu betrachten. Natiirlich weichen unsere Zahlen zum Teil yon denen der Praxis ab~ denn die grSssfe Zahl der Anstaltsinsassen ist ledig, yon diesen wieder ein relativ grosser Prozentsatz Ersggeb/irende , die vielfaeh nur aus sozia.len Grtinden die Klinik aufsuchen. Heiraten diese Frauen und werden sic sparer wieder sehwanger~ so gebaren sie meist zu Hause. Dieser Umstand vor allem bedingt die relativ hohe Zahl yon Erstgebgrenden in den Kliniken. In den prozentualen Verhgltnissen, besonders was die H/~ufigkeit der Komplikationen anlangt: mag manche Differenz im Vergleieh mit tier Praxis liegen, pathologisehe F/file werden natarlich Offer vorkommen, das Altersbild aber und die Komplikationen innerhalb dessen, und darauf kommt es uns hier in erster Linie-an~ erleiden dadureh keine Versehiebung. Op~rationen werden in der Klinik im allgemeinen seltener sein als in der allgemeinen Praxis~ weft dort der Arzt hgufig nur zu dem Zwecke geholt wird~ die Gebart zu beenden, Die Leitung 41" Zweife], Erfahrungon an dea lr 10000 Gebur~en usw. foration) begnfigen wir uns gewShnlieh dami~, die Schamhaare mit der Schere zu kiirzen. Scheidenausspiilungen werden bei normalen Geburten nieht vorgenommen~ dagegen bei Operationen (einprozentige Lysoformlgsung), allerdings weniger yon der Absieht geleitet 7 mit dieser Spiilung die Scheide bakterienfrei machen zu wotllen, als vielmehr um sie schliipfrig zu rnaehen und dadureh das Eingehen mit der Hand und mit Instrumenten zu er]eiehtern. FOr die subjektive Desinfektion halten wit uns an ein Schema, das im wesentliehen der Ftirbringer'schen Methode entsprieht, aIle Untersnchungen werden mit besonderen Touehierhandschuhen ausgef/ihrt, die in lprom. Oxycyanatl6sung aufbewahrt werden, far Operationen ziehen wir stets sterile, weisse Mgntel an, an Stelte der Touehierhandsehuhe treten troekene Handsehuhe und Stulpen. Dem Charakter der Klinik als Lehranstalt entspreehend, werden natiirlieh alle geburtshilfliehen F/ille in ausgedehntem Maasse zu Unterriehtszweeken herangezogen. Die grosse Zahl tier Geburten macht es erforderlieh, zwei Kreisss//le zu gleieher Zeit in Betrieb zu halten. Der eine ist ausschliesslieh fiir ktinisehe Zweeke reserviert, der andere dient vorwiegend der Ausbildung yon Hebammen. Die Verteilung der Geburten erfolgt derart~ dass ohne Auswahl der Falle zwei greissende auf den klinisehen Kreisssal 7 jede dritte auf die Hebammensehute gebraeht wird. Die Kreissenden werden naeh dem Auflegen im Durehsehnitt etwa 4--5rnai innerlieh untersueht. Eine Wiederholung der inneren Untersuehung wird nut vorgenommen~ wenn die Kindeslage bei der ersten Untersuehung niehf festzuste]len war oder wenn die (?,eburt sehr lange dauert. Der Dammsehutz wird yon dem diensttuenden Arzte, Studie-renden~ der Hebamme oder einer Schfilerin ausgefiihrt: eine eventuell notwendig werdende Dammnaht h~ufig yon Studierenden. Die Geburtsleitung ist nach gSgliehkeit eine konservati~-e; die geringe Operabi]it~.t, die gefanden wurd% zdgt dies am deutliehsten. Leiehtere operative Eingriffe, wie Beekenausgangszange, Wendung bei stehender Blas% ArmlSsung und Entwicklung des Kolofes bei Beekenendlagen werden yon dem diensttuenden Volont~tr, Nedizinalpraktikanten oder yon Studierenden ausgefiihrt. Wenn wit jetzt zum statistisehen Teil dieser Arbeit 5bergehen, so wollen wit zuerst die versehiedenen Arten yon Kindeslagen ihrer iH~ufigkeit naeh bespreehen: also in tier Reihenfolge; Seh/~deIlagen, Beekenendlagen und Querlagen. Zweife], Erfahrungen an den letzten 10000 Gebur~en usw.
doi:10.1007/bf01947961 fatcat:jrzitkx46fbllo5wybxpsj2rmm