Aikido, Boxen und Combatives

Wilhelm Johann Haager
2019 unpublished
In dieser Arbeit wurden unterschiedliche kämpferische Sportarten und die Persönlich- keiten der in diesen trainierenden Menschen miteinander verglichen. Die Kampfkunst Aikido, der Kampfsport Boxen und das Selbstverteidigungssystem Combatives wur- den dafür exemplarisch herangezogen. Im theoretischen Teil der Arbeit wurden die Sportarten inhaltlich beschrieben und verglichen. Dabei konnte gezeigt werden, dass sich die Disziplinen bezüglich der Techniken, der Trainingsmethodik und der
more » ... n stark voneinander unterscheiden. Im praktischen Teil der Arbeit wurden die Big Five Persönlichkeitsdimensionen Offen- heit, Gewissenhaftigkeit, Extraversion, soziale Verträglichkeit und Neurotizismus mit einem Fragebogen erhoben. Anschließend wurden die Stichproben der Sporttreiben- den in den drei Gruppen bezüglich der mittleren Ausprägungen dieser Persönlich- keitszüge verglichen. Bisherige Forschungen haben derartige Unterschiede nahege- legt und teilweise signifikant nachgewiesen. Eine frühere Untersuchung hat eine geringere Ausprägung in der Persönlichkeitsdi- mension Neurotizismus von Boxern im Vergleich mit Judokas und Nicht-Sportlern ge- zeigt (Szabo & Urbán, 2014). Dieses Ergebnis ist insofern nachvollziehbar, da Boxer einer Freizeitbeschäftigung nachgehen, bei der sie damit rechnen müssen, regelmä- ßig von Schlägen im Gesicht getroffen zu werden. Die Vermutung, eine geringere Ausprägung in der Persönlichkeitsdimension Neurotizismus von Boxern auch im Ver- gleich mit Aikidokas und Combatives Trainierenden zeigen zu können, wurde nicht bestätigt. Die Frage nach dem "typischen Boxer" wird bei einem derartigen Vergleich durch die Anstrebung soziodemographischer Homogenität zwangsläufig erschwert. Signifikante Ergebnisse konnten dennoch gezeigt werden. In der Persönlichkeitsdi- mension Extraversion hatte die Gruppe der Combatives Trainierenden eine signifikant niedrigere Ausprägung als die Gruppe der Aikidokas. Auf eine mögliche Erklärung dazu lässt sich durch den Vergleich der Motive für das Sporttreiben in den [...]
doi:10.25365/thesis.60981 fatcat:z3q5vmrpfbadjeakv3pdh2y4nq