Internes aus der minäischen Religion

Hubert Grimme
1906 Orientalistische Literaturzeitung  
Erscheint * ·< Abonnementspreis am 15. jedes Monats. Berlin. vierteljährlich 3 Mk, Wolf Peiser Verlag. Bestellungen nehmen entgegen: die Verlagsbuchhandlung, Berlin S., Brandenburger. 11, sowie alle Buchhandlungen und Postämter (unter Nummer 6101). -Inserate die zweigespaltene Petitzeile SO Pf.; bei Wiederholungen und grösseren Anaeigen Ermässigung. 9. Jahrgang. 15. Februar 1906. Μ 2. Alle für die Redaktion bestimmten Sendungen, Briefe etc. werden ausschliesslich unter folgender Adresse
more » ... der Adresse erbeten: Redaktion der 0. LKeine Gattung der südarabischen und speziell der minäisehen Inschriften hat bislang der Entzifferung solchen "Widerstand entgegengesetzt wie diejenige, welche J. H. Mordtmann nach dem häufigen Vorkommen des Ausdruckes F-t-h in ihnen F-t-htexte getauft hat. 'Wir werden wohl nie dazu gelangen', klagt dieser hervorragende Forscher auf dem Gebiete der altarabischen Epigraphik, 'sie vollständig zu deuten' (Beitr. z. minäisch. Epigr. S. 95). Diese hoffnungslose Voraussage gründet sich einesteils darauf, dass die F-fc-htexte (oder wie ich glaube sie nennen zu müssen: Fithtexte) viele den minäisehen Bauund Dedikationsinschriften fremde Vokabeln aufweisen; dann vor allem auch auf die schlechte äussere Erhaltung der meisten von ihnen, mögen sie nun durch Halevy, Glaser oder Euting uns zuganglich gemacht sein. Eine verstümmelte Inschrift, mag sie sich auch in bekannten Phrasen bewegen, ist auf alle Fälle ein schwierigeres Entzifferungsobjekt als eine wohlerhaltene, in der man auf den ersten Blick fast nur dunkeles Sprach- f at gewahrt. So wird man nicht umhin önnen, die Fithinschriften von derjenigen unter ihnen in Angriff zu nehmen, die den besterhaltenen Text zeigt, d. h. von der jetzt im Britischen Museum aufbewahrten Inschrift Glaser 282; von ihr fehlt nichts als der An-fang 1 ), so dass die Entzifferung es mit 10 fortlaufenden, bis auf die letzte tadellos erhaltenen Langzeilen zu tun hat. Um das Verständnis dieser Inschrift haben sich bisher besonders wwei Gelehrte bemüht: zuerst H. Derenbourg in The Babylonian and Oriental Record I, S. 168 ff. a ), nach ihm D. H. Müller in der Wiener Zeitschrift für die Kunde des Morgenlandes Π, S. 3 ff.; ersterer hatte bereits manches zu übersetzen versucht, während 'Müller sich im wesentlichen auf textkritische und sachliche Bemerkungen beschränkte, zu denen J. H. Mordtmann (Min. Epigr. S. 95-99) noch Weiteres zusteuerte. Trotz der vereinten Arbeit dieser Gelehrten weiss man bisher noch nicht, was die Inschrift enthält. D. H. Müller hat den Mut gehabt zu behaupten, sie handele in ihrem mittleren Teile von sabäischen Mysterien. 'Es ist', sagt er, 'm. E. die Rede von einer Prozession, welche die Frauen von Main nach einem Heiligtum des Attar unternommen haben. Attar . . , ') Die am linken Bande des Steines befindlichen Zeilenreste, stehen anscheinend mit unserem Texte in keinem engeren Zusammenhange. 3 ) Da Derenbourg's Arbeit mir nicht zugänglich war, so beschränkt sich meine Kenntnis derselben auf daa, was D. H. Malier aus ihr zitiert, bzw. auch gegen sie vorbringt.
doi:10.1524/olzg.1906.9.16.29 fatcat:vku4q3ijyfhhtcwvht7q4pdr7i