DAS INTERLUDIUM DE CLERICO ET PUELLA UND DAS FABLIAU VON DAME SIRIZ

W. HEUSER
1907 Anglia. Zeitschrift für englische Philologie  
Das älteste interludium auf englischem boden und fast das älteste englische drama überhaupt, ein prächtiger ansatz zur echten komödie, aber leider das einzige beispiel seiner art in der me. literatur, ist das Interludium de Clerico et Puella. Nach einer in privatbesitz befindlichen pergamentrolle aus dem ende des 13. oder anfang des 14. Jahrhunderts wurde es bereits im jähre 1841 von T. Wright in den Eel. Ant. II s. 145 ff. veröffentlicht, in einer weise, welche wohl den allgemeinen charakter
more » ... d inhalt und damit die Wichtigkeit dieses denkmals erkennen liefs, aber leider auch an offenbaren entstellungen und Unklarheiten nur zu sehr litt. Trotzdem mufste sich die forschung mit Wright's abdruck begnügen, selbst als den anfangen des dramas immer gröfsere beachtung zu teil wurde; eine neuausgabe erschien nicht, weil man die hs. und ihren verbleib nicht kannte. Auch das modernste und wichtigste werk für das frühengl. drama, Chambers' Mediaeval Stage, 1903 für die Oxforder Clarendon Press veröffentlicht, konnte nur einen Wiederabdruck des vor mehr als 60 jähren erschienenen Wrightschen textes liefern (bd. II s. 324-26), denn auch Chambers, der uns seine mühseligen arbeiten im British Museum in der einleitung schildert, ahnte nicht, dafs das original sich nur wenige zimmer von ihm, unter den Additional Mss. des museums, befand. Die pergamentrolle, jetzt das Ms. Addit. 23986, enthält auf der Vorderseite ein afrz. gedieht gegen \Varenne und die englischen barone, welches von T. Wright in den Political Poems (Camden Soc. 6) s. 59 veröffentlicht ist, auf der rückseite unser fragment, das ich hierunter zum ersten male wieder Brought to you by | University of California Authenticated Download Date | 6/12/15 12:47 PM W. HEÜSEB, DAS INTEBLÜDIÜAI DE CLERICO ET PUELLA. 307 nach der hs. abdrucke. Die nicht seltenen ungenauigkeiten und mifsverständnisse Wright's sind nicht im einzelnen angeführt, doch sei hier im allgemeinen bemerkt, das besonders das einsetzen von tli für y (= und j>) zu unzuträglichkeiten geführt hat (vgl. iho statt sie) und sich direkt entstellte stellen zumal in vers 10, 14, 20 und 25 finden. Hie Incip* Interludiuw de clerico 7 pueHa. Clericus Puella Clcricus 4 Puella Cleiicus Puella ait 12 16 20 24 28 Cle/icws Puella Damishel, reste wel! Sir, welcum, by saynt Michel! Wer esty sire, wer esty dame? By gode, es nofyjer her at harne. Wel wor suilc a man to life Yat suilc a may mithe haue to wyfe. Do way, by Cn'st and Leonard, No wily lufe na clerc fayllard, Na kepi herbherg, clerc, in huse no yflore, Bot his h[ers] ly wit uten dore. Go forth yi way, god sire, ffor her hastu [losye] al yi wile. Nu, nu, by Cnst and by sant Ihon, In al yis land ne [wistji none, Mayden, yat hi luf mor yan ye, Hif me micht euer ye bether be. ffor ye hy sory nicht and day, may say: hay wayleuay! luf ye mar yan mi lif, Yu hates me mar yan [yayt] dos [chniefj. Yat es nouct for mys-gilt. Certhes, for yi luf ham hi spilt. A, suythe mayden, reu of me, Yat es ty luf hand ay sal be, ffor ye luf of y[e] mod[er] of eine, Yu mend yi mode and her my steuene! By Crist of heuere and sant lone, Clerc of scole ne kepi non, aman amay 12 = lost? 19 milif 20 lies gayt? lies cnif? 21 noutt 23 = swete 24 salbe 25 Ms. y mod 27 hSne Brought to you by | University of California Authenticated Download Date | 6/12/15 12:47 PM
doi:10.1515/angl.1907.1907.30.306 fatcat:7es4jlm6w5gdxouamyihppt37q