Ergebnisse der Hybridverfahren als Therapie von Aortenbogenpathologien [thesis]

Yvonne Goßlau, Universität Ulm
2016
Die Kombination von offen-endovaskulären Verfahren bei Aortenbogenpathologien, sog. Hybridverfahren, entwickelt sich zunehmend zu einer Alternative gegenüber dem konventionellen Bogenersatz unter hypothermem Kreislaufstillstand. Im Zentralklinikum Augsburg wurden im Zeitraum von Januar 2005 bis Dezember 2010 insgesamt 35 Hybridoperationen durchgeführt. Die Ergebnisse werden anhand der Parameter technischer Erfolg, Mortalität und Morbidität dargestellt. Im vorliegenden Patientengut waren 24
more » ... r und 11 Frauen. Das mediane Alter lag bei 68,9 Jahren. Es wurden 14 Aneurysmen, 17 Dissektionen und 4 PAUs behandelt. In der Mehrheit der Fälle konnte elektiv vorgegangen werden (21 Fälle), Notfälle lagen bei 14 Patienten vor (11 urgent, 3 emergent). 14 Operationen fanden in Kooperation mit der Herzchirurgie statt, ein Einsatz der Herz-Lungen-Maschine war in 9 Fällen notwendig. Je nach Ausdehnung der Pathologie ergaben sich unterschiedliche proximale Landezonen für den Stent: Bei 9 Patienten wurde der Stent in der Landezone 0 platziert, bei 14 in Zone 1, bei 8 in Zone 2. Bei 4 Patienten mit Frozen Elephant Trunk lag das proximale Stentende in Zone 3. Zur Schaffung einer adäquaten proximalen Landezone erfolgte in 14 Fällen ein komplettes Debranching. Es wurden durchschnittlich 1,5 Stents verwendet. Die kumulative Überlebensrate nach 30 Tagen lag bei 85 %. Der technische Erfolg lag in der vorliegenden Studie bei 82 %. Ein primäres Endoleak Typ 1 ergab sich in 4 Fällen (11 %), wovon 3 erfolgreich therapiert wurden. 8 Patienten (22 %) erlitten perioperativ einen Schlaganfall. Durch die Hybridverfahren kann auch bei multimorbiden Patienten die Ausschaltung einer komplexen Aortenbogenpathologie mit akzeptablen Ergebnissen für technischen Erfolg und Mortalität/Morbidität erreicht werden.
doi:10.18725/oparu-2777 fatcat:ss5hcfpay5conpj24nfe7nhmta