Offenbarung und Realität des Wissens bei Fichte

Kazimir Drilo
2009 Fichte-Studien  
In der Zeit zwischen 1792 und 1806 entwickelt Fichte zwei unterschiedliche Bestimmungen des Offenbarungsbegriffs: 1. Offenbarung ist eine auf der göttlichen Autorität beruhende Lehre, mit der das sittliche Handeln gefördert werden soll; 2. Offenbarung ist das Zusammenhalten des Wissens im Sein, sie ist die schöpferische Tätigkeit, die das Wissen vor dem Absturz ins Nichts bewahrt und es im Sein hält. Offenbarung, so wie sie Fichte in seiner Spätphilosophie versteht, dient weder der Förderung
more » ... er der Förderung der Moral noch wird sie als der Prozess der Selbstobjektivierung und der Selbsterkenntnis des Absoluten bestimmt. Der Begriff der Offenbarung hat vielmehr seine Bedeutung als der Garant der Realität des Wissens. Im Folgenden möchte ich skizzieren wie diese Neubestimmung des Offenbarungsbegriffs zu verstehen ist; als Beispiele dienen mir der Versuch einer Kritik aller Offenbarung, die Erlanger Wissenschaftslehre und die AzsL zum seligen Leben.
doi:10.5840/fichte20093314 fatcat:sprrzxzf65fwlddm3xhnalgwyu