Über mykotische Allgemeininfektionen bei Trichophytie und Mikrosporie ("Trichophytosen und Mikrosporosen")

Leopold Arzt, Herbert Fuhs
1921 Archives of Dermatological Research  
Wenn aueh bisher allgemein die Trichophytie und Mikrosporie Ms eine rein exogene, dutch Hyphomyeeten verursachte Dermatose galt, wurden in dem letzten Jahrzehnt doeh so manche Beobaehtungen klinischer und serologischer Natur gemacht, die besonders bei erstgenannter Dermatomykose diese Annahme etwas einschr/inken. Die Aufmerksamkeit auf die Mitbeteiligung des fibrigen Organismus speaiell bei tiefen Formen der Trichophytie, mad da zumal bei Kefion Celsi der KSpfe yon Kindern, wurde erst durch die
more » ... urde erst durch die ztmgchst yon Jadassohn unter dem Bride des Lichen triehophyticus beschriebene KnStchenaussaat an Stature xmd Extremitg~en wachgerufen. Es folgte eine 1%eihe weiterer VerSffentliehungen fiber diese Erkrankungen (Guth, Bloch, Lewandowsky, Saeves, Surfer, Raseh, Chable u. a.) und dabei war auffallig, dab in zahlreichen Fgllen der Ausbruch des Exanthems yon Allgemeinerscheinungen wie Kopfschmerz, gliederschmerzen, Temperaturs~eigerung bis 39 und 40 ~ C, yon Milz-und Driisenschwellung, aueh Vergnderungen des Blutbildes in Form einer starken Vermehrung der polynucle~ren Leukocyten (Bloch, l~ies cher, S utter) begleitet war. Diese Symptome einer Erkrankung des Gesamtorganismus, der yon Surfer beschriebene Beginn des Triehophytids mit einem searlatiniformen Exanthem Ms Vorstufe des lichenoidenTyps lassen die Differentialdiagnose gegeniiber der Gruppe der akuten Exantheme --besonders Scarlatina ~ nieh$ immer einfach stellen. Die Heranziehung aller zugehSrigen ~omente (Pilzbefund, Trichophyt~reaktion, Vor-* h~ndensein anderweitiger Erscheinungen "con oberfl~ichlieher oder tiefer Triehophytie) mad ganz besonders der weitere Verlauf der Erkranktmg wird uns hgufig erst die Diagnose: irlchophy~isehe Allgemeininfek~ion oder Trichophy~ose (S u tter) erm6glichen. Bloeh, der friiher als Anhgnger der Ansieht yon dem ausschlieBlichen 8itz der Erkrankung in der Haut galt (Transplantationsversuch), hat darauf aufmerksam gemacht, dab Tiere mit grSBeren Trichophytieherden recht h/infig einen sehwerkranken Eindruek machen und auch zugrunde gehen. Er sah sich d adureh zu der Annahme gedrgngt, dab evtl. die rein lokale Hautaffektion bei tiefer und ~usgedehnter Trichophytie nur eine scheinbare sei, in Wirklichkeit abet eine Allgemeinerkrankung vorliege. Kusunoki, S~eves, Peeori, Sutter konnten ~hnliche Effahrungen bei jungen Tieren, die mit Trichophytonstgmmen infiziert wurden, machen. Bei Menseh mad Tier wurde neben den mehr subjektiven Allgemeinsymptomen nieht selten der objektive Befund allgemeiner DrfisenschweUung und MJlzvergrSBerung erhoben, wobei genauerehistologisehe Untersuchungen yon den erkrankten 0rganen nieht vorliegen. W/~hrend bei einer Anzahl yon Allgemein-
doi:10.1007/bf01843141 fatcat:m7hjisilcvcdtjxb2a6ivnppo4