II. Abteilung

1893 Byzantinische Zeitschrift  
Abteilung. J. Psichari, Etudes de philologie -grecques, recherches sur le doveloppement historique du grec. Paris, Bouillon 1892. CCXI, 377 S. Lex. 8°. Ein stattlicher Sammelband, der von der Rührigkeit zeugt, mit der in Paris die neugriechischen Studien betrieben werden. Vom Herauggeber stammt die Einleitung, die mancherlei Bemerkungen zu den Einzelabhandlungen enthält, außerdem hat er zu diesen letzteren selber vieles hinzugefügt, ohne dafs es immer ersichtlich wäre, wo die Hand des Schülers
more » ... Hand des Schülers durch die des Lehrers ersetzt ist. Die verschiedenen Arbeiten sind nach Inhalt, Umfang und Wert sehr verschieden. D. Hesseling bespricht die Geschichte des Infinitivs, namentlich also seinen Untergang im Griechischen und giebt dankenswerte Mitteilungen über das Vorkommen des Modus in der mittelgriechischen Litteratur. Das gänzliche Verschwinden glaubt er erklären zu können aus der Leichtigkeit der Substantivierung. Allein damit ist die Sache nicht abgethan. Auch im Italienischen, Spanischen, Altfranzösischen kann jeder Inf. ohne jede Beschränkung zum Substantivum erhoben werden und doch bleibt er in allen diesen Sprachen auch als Modus. Das Wesentliche ist vielmehr, worauf ich schon Simon Portius S. 185 hingewiesen habe, dafs das Griechische im Gegensatz zu den Sprachen des Westens auch sagt: "ich will, dafs ich komme" und damit die letzte Position des reinen Infinitivs der Umschreibung preisgiebt. Es wird sich nun weiter fragen, ob dies aus spontaner Entwickelung zu erklären sei, ob das Griechische dann die ändern Balkansprachen, die trotz der z. T. gegenteiligen Behauptung des Verf. mit ihm hierin übereinstimmen, beeinflufst habe oder ob es von einer unter ihnen beeinflufst worden sei. Die Antwort wird nur eine gemeinsame Betrachtung des Bulgarischen, Bumänischen, Albanesischen, Südostitalienischen mit dem Griechischen geben können; eine Isolierung auf einem Gebiete, wo der sprachliche Ausdruck der verschiedenen Völker sich so vielfach gekreuzt hat, wird nie zum Ziele gelangen können. Wenig glücklich ist die zweite Arbeit von H. Pernot, Etudes sur les subsistances dialectales en -grec. Les inscriptions de Paros. Der Verf. sucht den Satz, dafs das Neugriechische auf der , beruhe, dadurch zu beweisen, dafs man das Zurückweichen des Dialektes vor der Schriftsprache an den Inschriften nachweisen könne. Allein der veränderte Sprachcharakter der Inschriften beweist das, was hier bewiesen Byzant. Zeitschrift 3 u. 4. 40 Brought to you by |
doi:10.1515/byzs.1893.2.3.617 fatcat:wmpg32d4g5hi3kgbin3yp5wuou