Pilotstudie zur Wirksamkeit einer multimodalen Gruppenbehandlung für Kinder mit einer Störung des Sozialverhaltens mit oppositionellem, aufsässigem Verhalten in der klinischen Grundversorgung

Ralph Wettach, Marcel Aebi
2016 Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie  
Fragestellung: Die Störung des Sozialverhaltens mit oppositionellem, aufsässigem Verhalten (SSV/OAV) ist eine häufige Störung des Kindesalters und oft Zuweisungsgrund an kinderpsychiatrische Kliniken. Die SSV/OAV zeigt sich in Form von erhöhter Reizbarkeit, Dickköpfigkeit und boshaften Verhaltensweisen. In dieser Pilotstudie sollen Hinweise auf die Wirksamkeit von kombinierten kognitivverhaltenstherapeutischen Gruppeninterventionen -bei den Kindern das Baghira-Gruppentraining und bei deren
more » ... und bei deren Eltern das Triple P-Elterntraining -im Kontext der ambulanten kinderpsychiatrischen Grundversorgung geprüft werden. Methodik: 42 Kinder mit SSV/OAV erhielten die kombinierte Behandlung und wurden mit 26 unbehandelten Probanden einer Wartelistekontrollgruppe verglichen. Externalisierendes Problemverhalten sowie aggressives und regelverletzendes Verhalten wurden bei Behandlungsbeginn und -ende sowie nach sechs Monaten Katamnesezeitraum mittels der Fragebogenmethode bei Kindern, Eltern und Lehrpersonen erhoben. Ergebnisse: Im Vergleich zur Wartelistekontrollgruppe ergab sich bei den Kindern der Behandlungsgruppe zwischen Prä-und Posterhebung eine signifikante Abnahme der von den Eltern beurteilten externalisierenden Probleme und eine tendenziell signifikante Abnahme des von den Lehrpersonen berichteten regelverletzenden Verhaltens. Es wurden mittelgroße Effektstärken gefunden und die Effekte blieben über den Katamnesezeitraum stabil. Schlussfolgerungen: In dieser Pilotstudie zeigten sich die kombinierten Interventionen für die Behandlung von SSV/OAV in der ambulanten kinderpsychiatrischen Grundversorgung als wirksam und hilfreich. Zur Beurteilung der spezifischen Wirksamkeit des Baghira-Gruppentrainings sind weitere, umfangreichere Studien erforderlich
doi:10.1024/1422-4917/a000424 pmid:27216328 fatcat:qkxvpsx2bfb2pgs2knl4nhx2gy