Buchbesprechungen

1933 Gynecologic and Obstetric Investigation  
Further Section Monatsschrift f. Geburtshülfe u. Gynäkologie 1933;95:415-418 Buchbesprechungen W. Stoeekel, Handbuch der Gynäkologie. Bd. V. 2. Hälfte: Die Erkrankungen der Scheidc. Bearbeitet von Prof. Dr. Ludwig Nürnberger in Halle a. d. S. Mit 271 zum Teil farbigen Abbildungen im Text. München 1930, J. F. Bergmann. Nürnberger hat in diesem 720 Textseiten umfassenden Werke über die Erkrankungen der Scheide eine Leistung vollbracht, die bewundernswert ist; auf Jahre hinaus stellt seine Arbeit
more » ... ine Queue der Belehrung für den Praktiker, eine Fundgrube für den Forscher dar. Ref. kann es nicht als seine Aufgabe betrachten, die einzelnen Kapitel zu besprechen, und muß sich darauf beschränken, nur den Inhalt dieses Werkes kurz anzudeuten. Im ersten Teil wird die Physiologie der Scheide behandelt. Nach einigen interessanten geschichtlichen Bemerkungen gibt Nürnberger eine eingehende Darstellung der Anatomie der Scheide und zeigt an zahlreichen Abbildungen, die zum Teil den wertvollen Arbeiten Stieves entnommen sind, wie auch heute noch durch sorgfältige Studien immer neue Kenntnisse selbst auf anatomisch-histologischem Gebiete zu erzielen sind. Vergleichend anatomische Studien über die zyklischen Ver-änderungen der Scheide bei Tieren sind eingeschaltet. 416 Buchbesprechungen. In dem Kapitel "Scheideninhalt" finden wir die Bespi·echung der Bakteriologie der normalen Scheide und des chemischen Verhaltens des Scheidensekrets, das ja in den letzten Jahren von R. Schroder und seiner Schule genau studiert ist. Nürnberger beschränkt sich aber nicht auf eine bloße Mitteüung der erhobenen Befunde, sondern teilt auch die Methodik der Forschung genau mit. Im zweiten Teil, der Pathologie der Scheide, ist dem ', Fluor" em größeres Kapitel gewidmet; die eingehende Darstellung ist deshalb von so großer Wichtigkeit, weil die Fluorkranken einen großen Teil der Pa-tientinnen darstellen, die den Praktiker alltäglieh aufsuehen. Bei der Fülle von Fluormitteln, die in oft recht wenig kritischer Weise alljährlich empfohlen werden, bedarf der Arzt mehr denn je einer auf Erfahrung und Kritik beruhenden Darstellung dieser Affektion und ihrer Behandlung, die ihn davor schützt, alle möglichen Modemittel nutzlos anzuwenden. In dem weiteren Kapitel der Pathologie der Scheidenwand sind zu-nächst die Entzündungen besprochen, die Trichomonaden-Kolpitis ein-gehend berücksichtigt; weiter finden wir die Syphilis und das Ulcus molle sowie die übrigen Geschwüre abgehandelt. In den Lehrbüchern der Gynä-kologie kamen diese Affektionen meist etwas stiefmütterlich weg, so daß der Gynäkologe genötigt war, die entsprechenden Kapitel in den Lehr-büehern der Geschleehtskrankheiten nachzulesen. Die Neubildungen der Scheide und die Zysten sind entsprechend ihrer Wichtigkeit genau dargestellt und mit sorgfältig ausgesuchten und ebenso soΓgfältig reproduzierten Abbildungen versehen, wofür auch dem Verleger die größte Anerkennung gebührt.
doi:10.1159/000310751 fatcat:vy5r2z6z7jahbdza7li6vo7xn4