Zur Kasuistik der epidermoidalen Cholesteatome des Gehirns

W. R. Meyer
1913 Virchows Archiv  
Vou Dr. W. R. ~ e y e r, Volonti~rassistenten am Institut. (Hierzu 1 Textfigur). Unter Cholesteatomen und Perlgesehwiilsten versteht man embryonale Gebflde, die nicht zu den Blastomen, sondern zu den angeborenen Geschwiilsten, den sogen. Choristomen naeh E u g e n A l b r e e h t, gehfren. Sie stellen abgesonderte, mit dem umgebenden Gewebe in lockerem Zusammenhang stehende kleinhiickerige Knoten yon weil~licher Farbe mit schSnem Seidenglanz dar, was ihnen eine gewisse ~Aanliehkeit mi~ Perlen
more » ... ehkeit mi~ Perlen verleiht. Die Lieblingsstelle dersdben ist am h~nfigs~en die Basis des Gehims in der Umgebung des Ports Varolii, der ~ednlla oblongata, des Zerebellum und der Raum zwisehen den Lobi otfaetorii lind den Co~'pora ea~dicantia ( B o s ~ r 5 m ), weir sel~ener die Himventrikel umt das Riickenmark ( C h i a r i ). Histologiseh bes~ehen die Choles~eatome aus einer feinen (aus der Pia gebildeten) fibrSsen Wand, deren bmenfiiiche mit Schichten yon flachen polygonalen, keratohyaline KSmehen enthaltenden Zellen ausgekleidet ist, femer aus Zellschiippchen, die yon der Wand abgestogen win'den, und aus einer mit Cholestearinpl&ttchen vermengten iettigen Masse ( K a u f m a n n ). Das ist der mikroskopisehe Ban der reinen Cholesteat'ome. Das Vorhandensein yon keratohyalinen KSmchen in den ZellerL tier Im~enfliiche der fibrSsen Wand spl'icht f~ deren Verwandtsehaft und ~vahrscheinliche Entstehnng aus ab-gespal~ener and in die bezeichnete Hfi-nhaut hineingeratener embryonaler Epidermis, aus welehem Gnmde man die reinenCholesteatome alsEpidermoide bezeichnet im Gegensatz zu jenen Cholesteatomen, die sich aus dem embryonalen Derma ent~dckeln, Haare, Fetf~ ~md Schweifidriisen enthalten und zur Gruppe der Dermoide geh5ren.
doi:10.1007/bf01949691 fatcat:5nzdqcu6r5emdh6nt5qk7dzcte