XLIII. Die Behandlung der akuten Entzündungen der Luftwege bei den Säuglingen

1916 Deutsche Medizinische Wochenschrift  
Magendarmkatarrhen. Allmählich an Häufigkeit zunehmend, erreichen die akuten Katarrhe der Luftwege im zweiten Lebenslialbjahre eine weite Verbreitung. Ihr zeitlicher Zusammenhang mit der rauhen Jahreszeit ist eklatant, denn die auffällige Zunahme der Erkrankungen und Todesfälle an Respirationskrankheiten beginnt im Monat November ; sie erlangt ihr Maximum im März, ohne aber den hohen Gipfel der Sommersterblichkeit der Magendarmerkrankungen zu erreihen. Seit alters her ist man gewohnt, das
more » ... gewohnt, das Auftreten von Husten und Schnupfen oder sonstiger Affektionen des Respirationstraktus als eine Folge von Erkältungen zu betrachten. Daß diese im Einzelfalle von Bedeutung sein können, indem sie das betroffene individuum zu Erkrankungen der Luftwege disponieren, kann nach den ärztlichen Erfahrungen und den experimentellen Untersuchvngen nicht ganz von der Hand gewiesen werden. Die Beobachtungen am Krankenbett des Säiiglings sprechen aber dafür, daß hier vornehmlich die Infektion als ätiologischer Faktor von ausschlaggebender Bedeutung ist. Nicht die kalte Wmnterluft, die in das Zimmer mitgebracht wurde, sondern der Kuß oder andere direkte Berührungen des Säuglinge seitens des an Husten und Schnupfen leidenden Besuches ist in der Regel die Jnfektionsquelle für den zu Katarrhen außerordentlich disponierten Säugling. So sehen wir auch, daß auf Säuglingsstationen Aerzte, Schwestern oder Pflegerinnen, wenn sie erkältet sind, unfehlbar die Infektion bei den verschiedenen Hantierungen mit dem Säugling vermitteln.
doi:10.1055/s-0028-1134983 fatcat:wizdr567y5aarmquq4xtwq7ale