Zur Geschichte des Messings

B. Neumann
1903 Angewandte Chemie  
Wiateler: Bildung dw Chlorkdkm. XVI. J.hr#ang. Heft 11. 1'7. Mbllrr 19081 wie neugefunden angefiihrt , obgleich sie langst durch die Versuche von F i j r s t e r und Y o r r e klargestellt waren". Ich habe mich gegen diesen Vorwurf verwahrt und F i i r s t e r gibt in seiner Entgegnung nun selbst zu, daD er nichts Neues gebracht habe, sondern im wesentlichen Altbekanntes bestatigt habe. Dns, was sich zur Not als neu auffassen lieDe, namlich die Bildungsgleichung fiir Chlorat 2 H O C l t i O = 2
more » ... 2 H O C l t i O = 2 H + 2 6 + C i O 3 ist meiner Ansicht nach unrichtig und ich habe es daher nicht fur n6tig gehalten, F i j r s t e r zu zitieren. F t i r s t e r wendet sich ferner gegen meine Bemiingelung der von ihm verwendeten Analysenmethode und sucht nachzuweisen, daD meine Kritik zu meit ginge. Zu diesem Schlusse kann er aber nur kommen, weil er sich die von mir angegebenen Zahlen nicht genau angesehen hat. E r schreibt, ich hatte angegeben, daI3 man bei der Analyse von reinem Chloret einen Gehalt von 80-96 Proz. finde, wahrend ich doch deutlich a c h t u n da c h t z i g geschrieben hatte. Wenn F S r s t e r Zahlen benutzt, die ich nicht angegeben habe, so eriibrigt sich jede weitere Er6rterung. Auch-Lung e verwirft iibrigens diese Methode. In dritter Linie erhebt F i i r s t e r gegen mich den Vorwurf, d d ich bei Vergleich der Resultate yon B h a d u r i mit denjenigen F i j r s t e r s nicht beriicksichtigt habe, d d B h a d u r i in alkalischer LBsung gearbeitet habe, wahrend die seinigen in anderer LBsung erhalten wurden. Die Versuche B h a d u r i s wurden tatsiichlich in alkalischer Losung ausgefiihrt und es fragt sich: wie steht es denn rnit den Versuchen Fiirs t ers. In fraglicher Arbeit schreibt F ti r s t e r : Am sichersten konnten wir den neutralen Punkt immer noch auf die Weise ermitteln, dafl wir den in der Flussigkeit erscheinenden Gesamtsauerstoff verfolgten und das Einleiten des Chlors so lange fortsetzten, bis wir dem yon der Theorie fur die angewandte Alkalimenge erforderlichen Gesamtsauerstoff maglichst nahe gekommen waren&. Ich hatte nun in meiner Erwiderung geszlgt, F i i r s t e r habe in neutraler Liisung gearbeitet, aber das p d t F i j r s t e r nicht mehr, denn er sagt, daO ich iibcrselien habe, was er unter neutralem Punkt verstehen will. Nun, F i j r s t e r hat es mit obigem Satz ja klargestellt. Neutral ist neutral. Ich konnte dies auch aus folgendem von F i j r s t e r angefiihrten Versuche folgern: ,50 ccm einer 14,70 g N a O H enthaltenden Liisung gaben beim Einleiten von Chlor, -1ch. 1 m als die L6sung eine deutlich gelbe Farbe angenommen hatte, 3,8 g Hypochlorit-und ebensoviel Gesamtsauerstoff auf 100 ccm; der Chlorstrom wurde abgestellt, als der Hypochoritsauerstoff in Ubereinstimmung mit dem Gesamtsauerstoff 5,O g . in 100 ccm betrug, wahrend die Theorie unter Beriicksichtigung der eingetretenen Volumenvermehrung 4,97 g Sauerstoff verlangte". Demnnch war meine Bemerkung vollstandig gerechtfertigt, denn F a r s t e r glaubt mit neutralen Hypochloritlijsungen zu arbeiten, die kein Chlorat enthalten. Eine andere Frage ist es, ob die von F o r s t e r angegebenen Daten richtig sind. Ich muD betonen, daO sic ein Ding der Unmoglichkeit sind. Entweder hat er den Chloratgehalt iibersehen und dann kann aunerdem der auf 14,70 g berechnete = gefundene (4,97 = 5,O g) Hypochloritsauerstoff nicht stimmen, oder dann hat F o r s t e r ebenso wie B h a d u r i in alkalischer Lijsung gearbeitet und der Hypochlorit-Sauerstoffgehalt war geringer, wie er ihn gefunden hat. Neutrale Hypochloritliisungen ohne betrachtlichen Chloratgehalt gibt es nicht, und seine Versuche konnen nicht stimmen, selbst wenn er einen Chloratsauerstoffgehalt von 2-4 Proz. des Gesamtsauerstoffes in anderen Versuchen zugibt. Wohlbemerkt 2-4 Proz. vom Gesamt aktiven Sauerstoff, nicht 'etwa von der Flussigkeitsmenge. Was ich gegen F o r s t e r angefiihrt hatte, kann ich also in vollem Umfange aufrecht erhalten. Wenn F B r s t e r sich iiber den von mir angeschlagenen Ton beschwert, so kann ich nur bemerken, daO ich mich auf Tatsachen stiitze und daI3 er die Polemik durch seine Bemerkung selbst hervorgerufen hat'). Darmstadt, 12. Februar 1903. Es diirfte weder im Interesse der Leser dieser Zeitschrift, noch von Nutzen fiir obige Sache sdin, auf die letzte philologische Haarspalterei D i e rgarts (d. Z. 1903, S. 85) noch einmal einzugehen. Ich will hier nur zeigen, was herauskommt, wenn ohne die notigsten Sachkenntnisse technologische Fragen "vom chemisch-metallurgischen Standpunkte" behandelt werden. 3) Wihrend des Korrekturlesens sehe ich, daB F6rster in der neuesten Nummer der Zeitschrift fir Elektrochemie nunmehr selbst seine frhhere Ansicht, dnB die Chloratbildun dnrch Einwirkung von unterchloriger Siure auf I!ypochlorit eintrete, rektifiziert (2. f. Elektrochem. 1903, S. 174, Col. 2) . 23
doi:10.1002/ange.19030161104 fatcat:try254ahhfaidgqhqzuj5jbwpa