The /r/ allophones in the modern German phonolexicography
Die /r/-Allophone in der modernen deutschen Phonolexikographie

Zygmunt Tęcza
2018 Lublin Studies in Modern Languages and Literature  
Die /r/-Allophone in der modernen deutschen Phonolexikographie ABSTRACT The phoneme /r/ is the most multi-faceted one in contemporary German. As a rule, phoneticians distinguish at least three main consonantal and two vocalic realization types of /r/. The aim of this paper is to look at the ways in which all these variants are treated in four modern dictionaries of German pronunciation, namely in Großes Wörterbuch der deutschen Aussprache (GWDA) of 1982 and the 2000 edition of the Duden
more » ... f the Duden Aussprachewörterbuch, which the author considers as orthophonic dictionaries of the second generation, as well as in Deutsches Aussprachewörterbuch (DAWB) of 2009 and the newest 2015 edition of the Duden Aussprachewörterbuch being considered here the dictionaries of the third generation. To begin with, the treatment of the consonantal and the vocalic allophones in the introductory section and in the word list of each reference work is being analyzed. Furthermore, some controversies between the dictionaries in question concerning the distribution of the different /r/ varieties are discussed. As for the dictionaries of the third generation, it is also examined how the regional differentiation of the /r/ pronunciation is revealed by the respective authors. Vor nicht viel mehr als einem halben Jahrhundert, aus der Perspektive der historischen Sprachentwicklung einer recht kurzen Zeit, war die Lage im Bereich der deutschen r-Laute noch unvergleichlich einfacher als heute -zumindest in der Theorie. Der bis Anfang der 1960er Jahre offiziell geltende Aussprachestandard, der auf das berühmte Werk von Theodor Siebs zurückging, 1 ließ nämlich als normgemäß nur eine einzige Variante des /r/ zu: Es ist in allen Fällen durchaus Zungenspitzen-r zu fordern; nur dadurch kann den schon sehr stark eingebürgerten Mißbräuchen begegnet werden, statt des r vor t ein ch zu sprechen (z.B. wachten statt warten, Pfochte statt Pforte) und statt des r vor anderen Konsonanten oder statt des auslautenden r einen vokalischen Laut entstehen zu lassen, z.B. štaəbən statt štarben, Wuəm statt Wurm, mēə oder mēa statt mēr (= mehr), Muttä oder Mutta statt Mutter. Ebenso hüte man sich davor, daß r vor Konsonanten völlig aufzugeben, z.B. Wāzə, Kut (mit verlängertem kurzen Vokal) statt Warze, Kurt zu sprechen; zu diesem Fehler neigen namentlich diejenigen Mundarten, die anstatt des Zungenspitzen-r nur ein mit dem Zäpfchen gebildetes kennen. (Siebs 1930:60, Herv. und Schreibweise des Originals)
doi:10.17951/lsmll.2018.42.1.103 fatcat:zcet7wdg6nhxjgfmgticb4lm3a