Mittelalterliche und neuzeitliche Münzen aus der Pfarrkirche St. Martin in Schwyz

Stephen Doswald
1988
Staatsarchiv Schwyz, Planarchiv heutigen, spätbarocken Kirche. Die Lage der freigelegten Gräber wurde in verschiedenen Grabungsplänen festgehalten15. Abschliessend sollen noch zur besseren Übersicht die Datierungen der einzelnen Kirchengrundrisse aufgeführt werden. Sie lauten wie folgt: Kirche I merowingisch (730/750 bis etwa 1000) Kirche II spätkarolingisch-ottonisch (etwa 1000 bis 1120) Kirche III romanisch (1121 bis Mitte 15. Jh.) Kirche IV gotisch (Mitte 15. Jh. bis 1642) Kirche V
more » ... (1643/44 bis 1768) Kirche VI spätbarock (1769/74 bis heute)16 Grabungsfund und Fundumstände In der Pfarrkirche St. Martin wurden im Laufe der archäologischen Grabung insgesamt 197 Münzen gefunden17. Die Hauptmasse der Funde kam im Querschiff zutage; zwei Münzen lagen unter dem Boden von 1643 auf der Stufenanlage zum Sakramentshäuschen im Chor und vier weitere unter dem Emporenboden der heutigen Kirche. Etwa gut 2/s aller Münzen konnten aus dem Brandschutt der gotischen Kirche, dem Planierungsmaterial der frühbarocken Kirche und aus der Erde der im Mittelgang liegenden Gräber herausgesiebt werden; fast ebenso viele lagen in den Balkenlagergruben der frühbarocken Kirche. Einige wenige Stücke fanden sich im Schutt zu den Säulenfundationen, während eine Münze im Grab Nr. 35 (gotische Kirchenbestattung, vermutlich Priestergrab), eine andere im oder bei Grab Nr. 2 (barocke Kirchenbestattung, liegt vor den Chorstufen beim Lettner zur gotischen und frühbarokken Kirche) entdeckt wurde. In der Fundation der frühbarocken «Chrützen» (Querschiff-Männerseite) wurde die älteste Münze der Grabung, ein Pfennig (um 1270/1300) aus der Stadt Solothurn (Kat.-Nr. 140; Fd.-Nr. M 17/2), neben acht Münzen aus dem 14. Jahrhundert und 15 Staatsarchiv Schwyz, Planarchiv und Archivakten; vgl. auch Hug, a. a. O., S. 127. 16 Kessler-Mächler, a.a.O., S. 39-40; Hug, a.a.O., S. 95. 17 Diese Zahl schliesst auch die unbestimmbaren und die nur noch als Fragment/Fragmente erhaltenen Stücke ein; bei einem Kupferscheibchen (Kat.-Nr. 198; Fd.-Nr. M 22/7) ist es nicht klar, ob es sich hierbei tatsächlich um eine Münze handelt oder nicht; es wurde deshalb bei der Zählung nicht berücksichtigt. Die Münzen aus der Kirchengrabung St. Martin wurden erstmals, in zusammengefasster
doi:10.5169/seals-175123 fatcat:nhz6oyke5be6lgzl5ynqdaqmxa