Fortpflanzung des Lichts durch ein inhomogenes Medium

R. Gans
1915 Annalen der Physik  
Der theoretischen Behandlung der Frage, wie ein Lichtstrahl sich durch ein Medium mit stetig veranderlichem Brechungsexponenten fortpflanzt, stellen sich in ihrer Allgemeinheit bedeutende Schwierigkeiten in den Weg. Deshalb hat man sich bisher auf gewisse Naherungen beschrlnkt, die in verschiedenen Gebieten der Physik und Astrophysik anwendbar sind. So hat F o r s t e r l i n g l ) die Annabme gemacht, daB der Brechungsexponent sich nur unendlich wenig verandert, aber daB diese hderungen auf
more » ... se hderungen auf Strecken stattfinden konnen, welche Bruchteile einer Wellenlange sind. Die Resultate der Rechnung wandte er auf die Lippmannsche Farbenphotographie an, bei der das Licht selbst in der empfindlichen Schicht die Inhomogenitat erzeugt. Der entgegengesetzte Grenzfall ist der, daB der Brechungsindex sich zwar beliebig stark andern kann, daB aber die h d erung auf der Strecke einer Wellenlange sehr klein ist. Dieser Fall ist auf die terrestrische Strahlenbrechung nnd auf den Lichtdurchgang durch die Chromosphare der Sonne ganz unbedenklich anzuwenden, da die Voraussetzung der "langsamen" h d e r u n g des Brechungsindex bei diesen Problemen wie bei vielen anderen zutrifft. Die Aufgabe ist von Interesse, weil seine Losung die Frage beantwortet, ob die Grundsatze der geometrischen Optik uber den Strahlengang, die bei den genannten Problemen der h t r onomie resp. Astrophysik stets angewandt wurden, in optisch stetig veranderlichen Medien ihre Gultigkeit behalten, ob ferner Lichtverlust durch Reflexion auftritt, und was aus der sogenannten Totalreflektion wird.
doi:10.1002/andp.19153521402 fatcat:qsufulkxxba3rlybtx2p5zay4i