Multiresistente Keime (MRSA, MRGN , VRE) und Clostridium difficile in der neurologisch-neurochirurgischen Frührehabilitation

Rollnik, J. D.
2016 Neurologie und Rehabilitation  
Problemkeime stellen in der neurologisch-neurochirurgischen Frührehabilitation eine erhebliche Herausforderung dar. Bei Besiedelungen mit multiresistenten gramnegativen Stäbchen (MRGN) sind vergleichbare Aufnahmeprävalenzen wie bei Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus-Stämmen (MRSA) von mehr als 10 % auch in multizentrischen Untersuchungen dokumentiert. Sowohl die Kolonisation mit MRSA wie auch MRGN betrifft v. a. Risikopatienten, die -oft intensivmedizinisch im Akutkrankenhaus
more » ... delt -mit einer hohen Morbiditätslast und einem niedrigen funktionellen Status in der Frührehabilitation aufgenommen werden, sodass das Outcome dieser Patienten signifikant schlechter ist. Damit stellt die Besiedelung mit diesen multiresistenten Erregern (MRE) einen Indikator für ein geringeres Rehabilitationspotenzial dar. Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) zeigen noch eine niedrige Aufnahmeprävalenz. Problematischer sind Infektionen mit toxinbildenden Clostridium difficile-Stämmen, die eine Antibiotika-assoziierte Diarrhöe (CDAD) auslösen. Dabei wurden Inzidenzraten von mehr als 10 % berichtet (über die gesamte Verweildauer in der Frührehabilitation). Eine Erhöhung der Vergütung von Frührehabilitanden, v. a. mit MRE-Besiedelung, im DRG-System wäre wünschenswert.
doi:10.14624/nr150816.007 fatcat:zrn2m6vimvdkvmtdx4ghaq55yq