Zur Kenntnis des Guajakharzes

Paul Richter
1906 Archiv der Pharmazie  
Nach T s c h i r c h ' s ' ) Untersuchungen finden sich in den Harzen 1. Resine (Harzester oder deren Spaltlinge), 2. Resinolv!iuren (Harzsauren), 3. Resene (indifferente Kiirper unbekannter Zusammensetzung). Vertreter aller drei Grnppen sollen sich nur in sehr wenigen Harzen he finden. Das Guajakharz, in welchem nach bisherigeu Untersuchungen als HarzsLuren die Guajakharzsiiure, Guajakonsnare und Guajacinsaure enthalten sind, wurde somit zur zweiten Gruppe zu rechnen sein. Pat z o l d g ) will
more » ... at z o l d g ) will allerdings auch einen resenartigen liBrper entdeckt haben, welcher von ihm selbst noch nicht rraher untersircht worden ist. Analytische Untersuchungen uber die Harze liegen im allgemeinen wenig vor, und man kann sagen, dalj day Guajakharz mehr als andere Harze Gegenstand vieler Untersuchungen, hauptsachlich in letzteren Jahren gewesen ist, j a man kann es wohl zu den besterforvchten Harzen zPhlen. Die Stammpflanze des Harzes, Guajacum offieinale, zu der Familie der Zygopbylleen gehorend, ist ein auf den westindischen Inseln und in Venezuela wachsender, immergruner Baum. Das Harz ist in dem dunkelgriinen Bernholz bis zu 26% cnthalten und wird infolge von Einschnitten in den Stamm oder durch Ausschmelzen aus dem Stamm gewonnen. Das erstere bildet die Handelssorte Resina Guajaci in granis, das xweite fuhrt den Xamen Resina Guajaci in massis. Es hat eicle grunbraune Farbe, schwach aromatischen Qeruch, kratzenden Geschmack und einen glasglanzenden, muscheligen Bruch und ist sehr sprode. In Alkohol, Eisessig, Chloroform ist es leicht loslich, zum Teil loslich in Aether, Benzol, unloslich dagegen in Schwefelkohlenstoff, fetteu Oelen, Petrolather. Das Holz, welches bich durch seine groBe Harte und Schwere amzeichnet, wird in Gestalt grofier Scheiben oder RlBcke aus Stamm und Aesten geschnitten und meistens in St. Doming0 utid Puerto Cabello verschifft. Im Anfang des 16. Jahrhunderts ist es nach den Angaben vonVrancesco D e l g a d o und F e r n a n d e s d e Oviedo nach Guropa, und zwar zunachst nach Spanien eingefiihrt worden, urn gegen die damals in Europa weit verbreitete Syphilis als Heilmittel zu dieneo, denn als solches war es ic Amerika unter den Indianern schon langst bekannt. Es wurde dann auch mit diesem Holze in kurzer Zeit grofier Erfolg erzielt, wie z. B. im Jahre 1517 yon N i k o l a u s Poll*) und 1518 von L e o n h a r d Schmaus4). als Hauptbestandteile folgende Korper: 1) A.. T s c h i r c h : Die Harze und Harzbehalter, Leipzig 1900. 8) P a t xold: Inaugural-Dissertation, StraBburg 1901. 8) N i c o l a u s P o l l : De Cura morbi gallici per lignum Giuajacum 4) L e o n h a r d Schrnaus: Dc norho gallico tractatus Salisburgi 1518. libellus 1517. 6, 0. D o e b n e r und E. Liicker: Arch. d. Pharm., Bd. 234, 518. 0) P e l l e t i e r und Deville: Liebig's Aunalen, Bd. 52, 402. 7) E b e r m a y e r : Journ. f. prakt. Chem., Bd. 6Z, 291-295. 8 ) W i e s e r : 9) 0. D o e b n e r und E. Liicker: Arch. d. Pharm., Bd. 231, 606.
doi:10.1002/ardp.19062440116 fatcat:ormjc2cedrgtllsjy4suvbiv3y