Zwei Fälle von Tuberkulose des Hypoderms (Fungus cutis Riehl)

Margarete Stejskal
1921 Archives of Dermatological Research  
Wir hatten in der letzten Zeit Gelegenheit, zwei FMle tumorartiger Tuberkulose des Unterhautzellgewebes zu beobachten, welche wegen ihrer Seltenheit und ihrer eigenartigen Form mitgeteilt werden. Fall 1. Anamnese: Die Erkr~nkung, derentwegen die Patientin unsere Klinik aufsuchte, soll vor 4 Wochen mit dem Auftreten wenig schmerzh~fter Beulen unter der Haut je eine auf beiden Brfisten und eine in der rechten Kniekehle --begonnen haben. Diese sind angeblich durchgebrochen und da unterdessen auch
more » ... a unterdessen auch an anderen Stellen neue Beulen hinzugekommen sind, suchte die Patientin unsere Hilfe auf. Sie gibt an, friiher hie krank gewesen zu sein. In der Familien-an~mnese nichts Erw~hnenswertes. Status praesens: 52 Jahre alte, frfih gealterte, sehr abgemagerte Frau. Acn~ rosacea leiehten Grades. Der interne Befund ergibt aul]er einer geringffigigen D~mpfung fiber der rechten Lungenbasis, abgeschw~chtem Stimmfremitus dortselbst und einer diffusen Bronchitis nichts Pathologisches. Das Krankheitsbfld setzt sieh zusammen aus einer Anzahl yon unter der Haut liegenden Tumoren, die in bemerkenswerter Weise angeordnet sind. Am diehtesten stehen die Knoten in der Naeken-Schultergegend. Sie liegen bier aneinandergereiht in einer Linie, die yon der Mitte der Nackenhaargrenze im Bogen gegen die HShe der linken Schulter zieht. Uber der Schulterblattgr~te zweigt ein Zug nach medial abw~rts ab. InnerhMb dieser Gruppe, jedoch auBerhalb dieser Linie, finder sich noch ein kirschgr01]er Tumor, jenseits der Mittellinie am Nacken und ein hfihnereigroBer Knoten an der rechten I-Ialsseite. Zwischen den sichtbaren tauben-bis hfihnereigrol]en VorwSlbungen der Haut lassen sich noch kleinere, haselnuBgroBe, nicht prominente Knoten unter der IIaut tasten. AuBer dieser Gruppe finden wir noeh mehrere einzeln stehende Knoten, die ziemlieh symmetriseh angeordnet sind. Genau auf der ttShe beider Sehultern, rechts noeh im Verlauf der beschriebenen Linie, nur durch einen e~. 2 querfingerbreit.en Raum getrennt, je eine ffinfkronenstfickgrol3e, flache ttautvorwSlbung. In der Mitre der AuBenseite beider Ober~rme ebenfalls je ein Tumor; links fiber hfihnereigroB, rechts von Haselnul]grSl]e. ~ber dem Rippenbogen in der Stern~llinie links ein wainuBgrol3er, rechts etwas tiefer ein kirsehkerngrol]er Kuoten. An beiden Brfisten medial yon der ~Iamilla je ein guldengroBer, livid veff~rbter, leieh~ gef~ltelter ttautbezirk.
doi:10.1007/bf01843901 fatcat:atdcexetxbazjm3jaacy6qiezu