Ueber neuere Ergebnisse der anthropologischen Forschung (Schluß aus No. 42.)

Paul Bartels
1911 Deutsche Medizinische Wochenschrift  
Das Blutgefäßsystem hat bisher weniger Gelegenheit zu anthropologischen Untersuchungen gegeb3n als das Blut selbst. Jedem Arzte ist geläufig, welche großen Fortschritte der Erkenntnis des Blutes sich an die Namen Bordet, Uhlenhuth, Wassermann und Schütze, Friedenthal u. a. knüpfen. Für die Anthropologie ist eines der schönsten Ergebnisse der serologischen Forschung der von Nuttal und von Uhlenhuth geführte Nachweis, daß Menschenblut und Anthropoidenbiut ganz außerordentlich ähnlich, das Blut
more » ... hnlich, das Blut der niederen Affen mit Menschenblut nur spärlich, das der Halbaffen kaum noch oder garnicht reagiert. Die Folgerungen für die Stammesgeschichte sind trotz vereinzelten Widerspruchs wohl klar. Ungeahnte Möglichkeiten eröffnen die serologischen Untersuchungen des Blutes verschiedener Menschenrassen durch Bruck, Neisser und Sachs: Es gelang, Chinesen-, Malayen-und Holländerblut zu unterscheiden und letzteres als das höchststehende zu erkennen; außer dem "dominanten Rezeptor" des Menschenblutes scheint die höher stehende Rasse immer alle "Partialrezeptoren" der niederen und eigene neue dazu zu enthalten. Die Eingeweide sind, so gut wir über die vergleichende Anatomie unterrichtet sind, in anthropologischer Hinsicht zum Teil noch wenig bekannt: Begreiflich, weil größere Beobach-250" 26. Oktober 1911. DEUTSCHE MEDIZINISCHE WOCHENSOHRIFT.
doi:10.1055/s-0028-1131053 fatcat:rdu72pmwnbavjpnsohgnejzyvu