Die hellenistische Agora von Aspendos

Hans Lauter
2021
Bei einem kurzen Besuch von Aspendos im Sommer 1967 konnten auf dem Forum der Stadt einige Beobachtungen angestellt werden, die im folgenden mitgeteilt werden sollen. Lanckoronski und seine Mitarbeiter haben bekanntlich zuerst die uber der Erde sichtbaren Reste der Forumsgebaude aufgenommen und beschrieben1. Neuerdings veroffentlichte H. Cuppers in dieser Zeitschrift seine Entdeckung, dafi die Keller der Basilica in der Kaiserzeit als Magazinraume gedient haben2. Eine eingehendere
more » ... ndere kunstgeschichtliche Wiirdigung oder eine Datierung des Komplexes wurde noch nicht versucht. Die bsterreichische Expedition enthielt sich in der Regel aller Datierungsvorschlage, sofern die Gebaude nicht durch Inschriften bestimmt waren. Damals bestand die Aufgabe ja iiberhaupt erst einmal darin, den Befund darzulegen. Cuppers nennt in einer Randbemerkung die gesamte Forumsanlage einheitlich, was wohl als emheitlich kaiserzeitlich verstanden werden darf3. Nun scheint das Forum aber mehrere Bebauungsphasen aufzuweisen. Die Anregung zu dieser Vermutung ergab sich bei einer nochmaligen, unvoreingenommenen Betrachtung der Basilika und ihres Kellers. Den Befund der Ruine hat Clippers ausflihrlich dargestellt, sodah wir die Beschreibung kurz fassen konnen. Die Bezeichnungen der einzelnen Raume, die Cuppers in seinem Plan gab, wurden beibehalten (Bild I)4. Hier interessieren der siidliche Teil der Basilica und besonders eben jene Kellerraume A und B, deren Verwendung als Magazin Clip pers nachweisen konnte. Es handelt sich um zwei lange, schmale Raume, die durch eine mittlere Arkadenstellung miteinander in Verbindung stehen. Keller A legt sich im Westen vor die Seitenwand des Langschiffes der Basilica. Die Mauer der Langschiffwand (mit den Schiittvorrichtungen) ruht auf der trennenden Bogenstellung zwischen den Kellern. Es wurde behauptet, dab die Mauertechnik an alien erhaltenen Teilen der Basilica, an den aufgehenden Mauern wie an den Fundamenten gleich sei5. Dies trifft freilich keineswegs zu. Die Wande und Bogen der Keller A und B sind aus machtigen, gleichmafiigen Quadern ohne Mortel errichtet. Die Arkaden zeigen falsche Bogen, deren Rundung aus zwei Schichten von beidseitig vorkragenden Lauferquadern ausgeschnitten 1 K. v. Lanckoronski, Stadte Pamphyliens und Pisidiens I (
doi:10.11588/bjb.1970.1.80490 fatcat:f22u5mlk3bes7itqj2gncrlic4