Ueber die Spectra von Phosphor, Schwefel und Selen

E. Mulder
1864 Journal f�r Praktische Chemie  
Phosphor, phosphorige Saure, Phosphorwasserstoff und viele andere Phosphorverbindungen besitzen, wie bekannt, die Eigenschaft, die Wasserstoffflamme griin zu farben ; sie erzeugen darin namlich einen griinen Eern. Verbindet man mit einem Wasserstoffentwickelungsapparat ein Glasrohr, das bis zu einer feiiien Oeffnung ausgezogen, und am Ende platinirt oder mit einem Platin-Hiitchen versehen ist , thut etwas rothen Phosphor hinein, und erhitzt, so nimmt die Wasserstoffflamme eine griine Farbe an,
more » ... e griine Farbe an, eine Folge des Phosphordampfes, welcher vom %*ass erstoff mechanisch mitgefiihrt wird, nach Umwandlung des rothen in gewohnlichen Phosphor. Stellt man diesen griinen Kern Tor den Spalt des Spectralapparats, so erblickt man ein schones Spectrum. In diesem Spectruni sind insonderheit drei griine Linien deutlich zu erkenneii ( C h r i s t o f l e und Beilstein). Zwischen der ersten und zweiten dieser Linien (links) ist noch eine dritte schwach griine Linie zu erkennen ; uberdiess erblickt man noch eine schwach griine Linie nach der dritten Linie (rechts), ferner eine schwach blaue Linie. Die Beobachtung des Phosphorspectrums wird durch das ununterbrochene Spectrum erschwert, welches die gliihende Phosphorsaure hervorbringt, so dass man wenigstens mit 2 Spectren zu schaffeii hat, mit dem ununterbrochenen der Phosphorsaure und einem zweiten unterbrochenen. Es ist eine wichtige Frage : wodurch das ununterbrochene Spectrum erzeugt wird ! E s kann herriihren vom Phosphor, von phosphoriger Saure , von Phosphorsaure in Gestalt gliihenden Dampfes, oder wohl auch von sich oxydirendein Phosphor und phosphoriger Saure. Folgendes Experiment zeigt, dass man es hier mit den namlichen Ursachen zu thun hat, als
doi:10.1002/prac.18640910120 fatcat:d3rpsljz6nfyljij6jcsyykkby