Die Raumüberbrückungsfunktion des Handels als Grundlage der Distributionslogistik des E-Commerce Betriebswirtschaftliche Grundlagen für den Beitrag "E-Commerce, Logistik und räumliche Preisstrategien"

Maria Madlberger, Gunther Maier
unpublished
Verarbeitung" (Müller-Hagedorn 1998, 19) weiterveräußert. Handelsunternehmen erwerben das Eigentum an der Ware und sind wirtschaftlich selbstständig (vgl. Gutenberg 1984, 142). Der Handel erfüllt eine Reihe von Funktionen, welche in der Literatur als Handelsfunktionen bezeichnet werden. Eine erstmalige Systematisierung der Handelsfunktionen wurde von Oberparleiter (1918) vorgenommen. Ausgehend von den sechs Funktionen, (Raumüberbrückung, Lagerungsfunktion, quantitative und qualitative Funktion,
more » ... alitative Funktion, kulturelle Funktion und Kreditfunktion), die Oberparleiter (1918, 4 ff.) identifizierte, wurde in der Literatur mehrmals der Versuch unternommen, die Handelsfunktionen zu systematisieren (vgl. Sundhoff 1965, 762 ff.; Seÿffert 1972, 6 ff.; Algermissen 1981, 18 ff.; Oehme 1992, 32; Barth 1996, 31). Die entwickelten Systematiken unterscheiden sich voneinander, dennoch gibt es auch zahlreiche Überschneidungen. Zu den in der Literatur häufig angeführten Handelsfunktionen zählen die Raumüberbrückungsfunktion, die Zeitüberbrückungsfunktion, die Quantitätsfunktion, die Qualitätsfunktion sowie die Sortimentsfunktion (vgl. Schenk 1991, 62 ff.; Berekoven 1995, 3). Im Mittelpunkt des Interesses der vorliegenden Arbeit steht die Raumüberbrückungsfunktion des Handels. Darunter ist die Überwindung der räumlichen Distanz zwischen Hersteller und Konsument zu verstehen. Da der Konsument das Geschäft des Handelsunternehmens anstelle des Betriebes des Herstellers aufsucht, erfüllt der Handel durch Standortpolitik und Standortsicherung diese Handelsfunktion (vgl. Oehme 1992, 32). Durch das Vorhandensein von Geschäften, die von den Konsumenten mit geringerem Aufwand aufzusuchen sind als die Betriebe der Hersteller, erfüllt der Handel in räumlicher Hinsicht zugleich eine Bedarfsanpassung (vgl. Barth 1996, 31). 2.2 Die Betriebstypen des Einzelhandels Die in der Praxis beobachtbaren Handelsunternehmen erfüllen die oben angeführten Handelsfunktionen in sehr unterschiedlicher Weise. Daher hat sich eine Vielzahl unterschiedlicher Arten von Handelsbetrieben entwickelt, die in der Literatur als Betriebsformen bzw. Betriebstypen des Handels 1 bezeichnet werden. Die Klassifikation erfolgt dabei nach mehreren verschiedenen Merkmalen der Betriebe (z.B. Stufe auf der Wertschöpfungskette, Marketinginstrumente). Ausgehend von den Definitionsansätzen von Müller-Hagedorn (1998) und Barth (1996) wird eine Betriebsform als Stufe innerhalb der 1 Die Begriffe Betriebsform und Betriebstyp können je nach zugrunde gelegter Sichtweise synonym (vgl.
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