Eine neue Arbeiter-Kontrollvorrichtung

G. Gahrtz
1914 Angewandte Chemie  
AOfMtCteil. Gahrtz : Eine neue Arbeiter-Kontrollvorrichtung. 666 a ~. h r g s n p m,.] Bei der erwahnten Behandlung von Holz und Stroh treten nun im Verlauf des Dampfens oder Kochens o r g an i s c h e Sauren auf, hauptsachlich Essigsaure und Ameisensaure, so daB die Annahme nahe liegt, diese organischen Sauren konnten die Rolle der Mineralsaure ubernommen, d. h. den Abbau der Pentosane zu Pentosen und eine Spaltung dieser Zuckerarten in Wasser und Furfurol bewerkstelligt oder doch wesentlich
more » ... terstutzt haben. Andererseits ist es aber auch wohl denkbar, daB Wasserdampf oder kochendes Wasser allein bei dem stundenlang anhaltenden Druck von mehreren AtmosphLren eine Abspaltung von Furfurol bewirken konnen. Eine Anzahl von Versuchen wurde zur Beantwortung dieser Fragen unter-nommen2). Es sei vorausgeschickt, daB sich in den Destillaten kein Furfurol nachweisen laBt, wenn man Strohhacksel oder Holzmehl mit Wasser unter e w o h n 1 i c h e m D r u c k am RuckfluBkiihler mehrere 8tunden erhitzt und dann die Flussigkeit am absteigenden Kiihler destilliert. Ebensowenig laBt sich Furfurol auffinden, wenn dem Wasser etwas Essigsaure und Ameisensaure zugeaetzt wird. Dies gilt auch fiir die Pentose selbst, die hier fiir die Abspaltung von Furfurol aus Stroh oder Holz hauptsachlich in Frage kommt, fiir die X y 1 o s e: Unter gewohnlichem Druck rnit Wasser oder mit verdiinnter Essigsaure und Ameisensaure erhitzt, spaltet sie kein Furfurol ab. nachweisbarer Men en von Furverdiinnten organischen Sauren bedarf es also offenbar hoheren Druckes, wie dies die Ergebnisse der Praxis lehrten. Es war nun festzustellen, ob Xylose mit Wasser u n t e r D r u c k erhitzt, Furfurol abspaltet. Zu diesem Zweck wurden 0,4100g Xylose mit 60ccm Wasser im zugeschmolzenen Rohr auf 135-140" 8 Stunden lang im Bombenofen erhitzt. Die Fliissigkeit hatte sich gelb efarbt, und mit Anilinsalzlosung versetzt, die charakteristische Rotfarbung. Es war also' FurfurolIentstanden. Zur quantitativen Bestimmung des Furfurols 'uedienten wir uns der Methode von T o l l e n s * ) , wonach das Furfurol mit Phloroglucin-Salzsaure als Phloroglucid abgeschieden wird. Das Phloroglucid erhalt man durch Versetzen des Destillats mit Phloroglucinsalzsaure nach etwa lhtundigem Stehen als griinschwarzen Niederschlag. Dieaer wird in einem mit Asbest beschickten Goochtiegel gesammelt, mit wenig Wasser ausgewrtschen, 4 Stunden im Wassertrockenschrank getrocknet und dann gewogen. Aus dem Gewicht des Phloroglucids berechnet sich die Menge Furfur01 in der von T o 11 e n s und seinen Schiilern-angegebenen ' Weise4) oder nacb der von K r o e b e r5),~ufgestellten:Tabelle. 0,4100 g Xylose ergaben nach dem soeben beschriebenen Versuch 0,0874g Phloroglucid. Hierzu sind zu zahlen 0,0052 g Phloroglucidb), so daB insgesamt zu verrechnen sind 0,0926 g Phloroglucid. Diese Zahl ist mit 0,518 zu multiplizieren. So erhalt man 0,047 97 g Furfurol oder 11,70y0. Es sind also durch Kochen der Xylose rnit Wasser unter Druck betrachtliche Mengen Furfurol entstanden. Ob sich diese Ausbeute durch die Mitverwendung von kleinen Mengen Essigsaure und Ameisensliure noch steigern lieB, sollte folgender Versuch entscheiden : 0,4328 g Xylose wurden mit 60 ccm Wasser und 8 ccm lo0 i er Essigsliure und 4 ccm lO%iger Ameisensaure Die aus dem Destillat abgeschiedene Menge Phloroglucid betrug 0,2584g, dazu kommen 0,0052 g, so daB Fur die Abspaltun furol aus Stroh und Ho L beim Kochen mit l $asser oder mit besaB einen brenzlichen Geruch. Eine kleine p; r obe ergab, 8 k g tunden lang im Bombenrchr auf 135-140" erhitzt. 2) Diesf? wurden ausgefiihrt von den Herren R. P o r s-g-r e n und R. H o 1 m s t r 8 m im cellulosechcmischen Laboratorium der technischen Hochschule in Darmstadt. 8 ) T o l l e n s und S t o n e , Liebigs Ann. 249, 244 (1888) und Journ. f. Landwirtsch. 1896, 171. 4) T o l l e n s , K r o e b e r und R i m b a c h , Angew. Chem. (1902). 4 7 7 4 8 2 6) J. f. Lantwirtach. 1900, 379. 0 ) Entspricht der stets in Losung bleibenden Menge Phoroglucid (vgL T o l l e n s , K r o e b e r und R i m b a c h 1. c.) . im gsnzen 0,2636 g Phloroglucid verrechnet wurden. Daraus ergeben sich 0,136 455 g Furfurol oder 31,32y0. Die Mitverwendung der organischen Sauren steigerte somit die Ausbeute an Furfurol um fast das Dreifache. Die Sauren unterstutzen also deutlich die Abspaltung von Furfurol aus X lose und iibernehmen bis zu einem weiteren Versuchen war beobachtet worden, daB eine Steigerung des Druckes wahrend der Erhitzung die Ausbeute noch zu erhohen vermag. 0,4273 Xylose wurden mit derselben Menge Wasser Bombenrohr 6 Stunden bei 135-140" und 2 Stunden bei 160" erhitzt. Es wurden 0,3050 g Phloroglucid erhalten. Rechnet man 0,0052g hinzu, so erhalt man 0,3102 zur Verrech-&eae Steigerung der Ausbeute liefie sich wohl noch fordern einerseits durch weitere Druckerhohung, andererseits durch Verwendung grokrer Mengen der organischen Sauren. Zum SchluB dieser kurzen Mitteilung sei noch darauf hingewisen, daB schon vor Jahren Furfurol beim Erhitzen des Holzes unter Druck mit Wasser beobachtet worden ist. W i l l i a m s 7 ) erhitzte Holz 4 Stunden lang mit Wasser auf 198" und erhielt eine saure Fliissigkeit, in der er auBer Cymol und Terpentinol 42% Furfurol nachwies. Er gibt auch an, daB beim Erhitzen des Holzes mit Wasser unter gewohnlichem Druck kein Furfurol gebildet wird. gewissen Grade die ii olle der Mineralsaure. Bei einigen und derse f ben Menge Essigsaure und Ameisensaure im Daraus ergeben sich 0,1607 g Furfuro P oder 38,54y0.
doi:10.1002/ange.191402710004 fatcat:36vhh6jcizh35kqfzwneicxn4e