Das Wasser als technisches material und element in der ungarischen Gartenkunst und Repräsentation des 18. Jahrhunderts

Katalin Czibula
2009 Hungarian Studies  
Ungarn Der Beitrag beschäftigt sich mit der Geschichte der Wasserkultur und deren architektonischen Implementierung im Zeitalter des Barock. In dieser Epoche scheint mir vor allem interessant, was der Mensch über das Wasser als physikalisches Element und dessen Gesetze im Königreich Ungarn überhaupt wusste. Eine der bedeutenden Quellen ist dabei das handschriftliche, enzyklopädisch angelegte Lehrbuch eines ungarischen Piaristen, der darin die zeitgenössischen Erkenntnisse der
more » ... Naturwissenschaften zusammenzufassen versucht hatte. Es handelt sich dabei um Lukács Mösch's Skriptum Bibliothecae mathematicae ... Classis I-III. Anno 1684. Diese Handschrift unterlegt die wissenschaftlichen Erklärungen auch mit zahlreichen wertvollen Illustrationen, von denen einige hier wiedergegeben werden. Die praktischen Anwendung dieses Mösch'schen Lehrstoffes sehen wir in der ungarischen Gartenkunst des Zeitalters, in der die technische Attraktionen mit dem Theater und der christlichen Symbolik verbunden wurden. Die Beispiele dafür bilden die aristokratischen Gärten von Eger, Cseklész, Pozsonyivánka und Eszterháza, die in diesem Text näher besprochen werden. Die Interpretation des Wassers außerhalb der Sphäre des Praktischen, als Urmaterie, als Analogie, als Symbol ist so alt wie das menschliche Denken selbst. "Jedes Element eignet sich dazu, metaphysisch behandelt zu werden und das vollkommene Verständnis für die Welt vermittels Analogien zu antizipieren -aber es gibt kein Element, das geeigneter wäre als das Wasser, schon allein, weil Leben wasserartiger ist als luft-oder feuerartig. Das Leben ist produktiv und mütterlich und sensibel, und es gibt kein Lebewesen, dessen Organismus nicht zum Großteil aus Wasser bestünde." 1 Hungarian Studies 23/1 (2009)
doi:10.1556/hstud.23.2009.1.4 fatcat:tqeelsgbvjgmnirq6ioyc4be5m