Digitale Kunstgeschichte und Bilddatenbanken als Synthese von Foto-, Dia- und Bibliothek [chapter]

Peter Bell
2021
Für Studierende der Kunstgeschichte ist das Dia ein fremdes Artefakt geworden. Auch die Fototheken werden meist nur noch digital genutzt. Ist also die Transformation ins Digitale konzeptionell abgeschlossen und es geht nur noch um das bloße Digitalisieren des noch Analogen? Inwieweit sind die Praktiken bzw. Produktionsweisen der Fotothek, Diathek und Bibliothek in die digitalen Bilddatenbanken eingegangen? Wo ergeben sich Defizite und Potenziale gegenüber den vorangegangen Dispositiven -nicht
more » ... spositiven -nicht nur durch das Digitale per se, sondern besonders bzgl. aktueller Entwicklungen (z. B. des maschinellen Lernens)? Entwickelt sich die digitale Kunstgeschichte dadurch zu einer bildgetriebenen Wissenschaft? Die digitale Kunstgeschichte ist maßgeblich im Rahmen der Entwicklung von Bilddatenbanken entstanden und auch das mittlerweile ausdifferenzierte und ansatzweise etablierte Forschungsfeld kreist immer wieder um (zentrale) Bilddatenbanken. Dabei sieht sich die digitale Kunstgeschichte -etwa im Rahmen der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) -geradezu als Anwalt der Bilder und unterstreicht deren Wichtigkeit als Daten und Bedeutungsträger. Um diese Überzeugung zu mehr zu machen als einem bloßen Selbstverständnis, empfiehlt sich der Blick in den Bild-und Mediengebrauch der Kunstgeschichte. In Etappen sollen bildzentrierte Arbeits-und Darstellungsweisen von Kunstgeschichte rekapituliert und ihr Fortbestehen und Fehlen in den Bilddatenbanken thematisiert werden. Es geht auch um das Verhältnis des Faches zu seinen Infrastrukturen. Zuletzt werfen alle Fragen nach dem Umgang mit dem Bild auch die Gegenfragen nach dem Text auf -ob als Metadaten oder Forschungsliteratur. In: T. Schmidt, C. Wolff (Eds.): Information between Data and Knowledge.
doi:10.5283/epub.44934 fatcat:hnfjh7i2abb37l5nq37dojpfpa