Porphyrinurie mit und ohne Koliken

I. Snapper
1922 Deutsche Medizinische Wochenschrift  
Hämatoporphyrinurie oder, genauer gesprochen, Porp h y r i n ür j e , d. h. die Ausscheidung beträchtlicher Mengen Porphyrin im Ham, ist ein Symptom, das bei verschiedenen Krankheitszustanden vorkommen kann G u n th e r hat in zwei ausgezeichneten Monographien unsere Kenntnisse uber diesen Gegenstand zusammen gestellt und die Literatur berücksichtigt1) Wir kennen eine to x j s ch e Porphyrinurie, wie sie in bestimmten Fällen von chronischer Sulfonal-Trional-und Eleivergiftung vorkommt, und eine
more » ... vorkommt, und eine an g e b o r e n e Porphyrinurie, mit Ueberempfindlichkeit für Licht, mit Blasen-und Narbenbildung und mit Vorhandensein von Porphyrin im Skelett. Als verwandt mit dieser letzten ernsten Krankheit ist die Hydroa aestivale anzusehen Neben diesen beiden Gruppen von Porphyrinurie findet man. ein anderes Syñdrom, wozu die Porphyrinurie als wesentliche Erschei-, flung gehört. Bei Menschen, die wenig oder keine organischen Abweichungen zeigen, entstehen auf einmal, ohne daß ein bestimmter Grund hierfür anzugeben ist, Anfälle 'heftiger Bauch-und Lendenschmerzen mit Erbrechen und Obstipation ; zu gleicher Zeit wird ein dunkelróter Urin, der viel Porphyrin enthält, ausgeschieden. Oft, aber nicht" immer, wird eine Blutung im Magen-und. Darmtrakt bei dieser Krànkheit beobachtet. Merkwürdigerweise sind diese Fälle fast alle in der ' englischen Literatur beschrieben, sehr wenige in der deutschen und französischen. In etwa der Ilalfte der Falle sterben die Patienten nach mehreren Antillen unter Lahmungserscheinungen des zentralen nnd peripheri scheu Nervensystems; mit anderen Worten, diese Patienten zeigen ein Bild, das sehr viel Aehnlichkeit mit der Sulfonalvergiftung hat, ohne tIafi sich in diesen Fallen etwas von Sulfonal oder Ekivergif tung .ñachweisen kißt. Günther hat dieses Krankheitsbild, wovon
doi:10.1055/s-0028-1132961 fatcat:z7mkggqsofgi3olc2nw4uh5key