Die Versorgung der deutschen Gasanstalten mit Steinkohlen

A. Frank
1915 Angewandte Chemie  
Aufsatzteil. Frank: Die Versorgung der deutschen .Gasamtaken rnit Steinkohlen. 313 28. Jahrgsng 1916. 1 ------------= --= straklender Energie, und die beiden Spaltstiicke koMen w k leicht wieder miteinander verbrennen, sei es unter dem Dampfkessel, sei es im Explosionsmotor, oder am besten, indem wir das Bremstoffelement der Zukunft damit betreiben, wie ich das vorhin ausgefiihrt habe. Die Umformung der Sonnenenergie in Arbeit ware damit vollzogen. Ja, wir kennen heute auch Erscheinungen, bei
more » ... nen der photochemische Teil eines solchen Kreislaufes, der die strahlende Energie verbraucht, und der elektrische, der sie als elektrische Energie frei macht, bei denen beide an einer und dersclben Stelle in eincm und demselben ProzeB, cinem photoelektrischen, sich abspielen. Wenn wir die Oberflache gewisser Metalle, die sich in einem luftleeren Raum befinden; bestrahlen, oder wenn wir das gleiche tun etwa mit einem oberflachlich oxydierten Kupferblech, das in eine wasserige %sung taucht, so tritt aus ihnen direkt Elektrizitlit aus, Elektrizitat, die nach unseren heutigen Kenntnissen letzten Endes gar nicht anderes ist als ein Stoff, freilich von ganz bcsonderer Feinhcit und mancherlei besonderen Eigenschaften, nicht der gleichen Ordnung, aber doch etwas ganz ahnliches wie unsere chemischen Elemente. Diese Eiektrizitat konnen wir durch cine der bestrahlten gegeniibergestellte zweite Elektrode auffangen und der ersteren durch einen Draht wieder zufiihren. Dann erhalten wir einen elektrischen Strom, der uns Arbeit leisten kann: die dcnkbar direkteste und iibersichtlichste Uberfuhrung von strahlender Energie in elektrische und damit in Arbeit. Zwei einandcr naheatehende Wegc haben mir also zur Gewinnung von Arbeit &us Licht: wir konnen irgend welchen chemischen Stoffen durch eine Umsetzung unter Lichtabsorption einen erhohten Inhalt an chemischcr Energie erteilen, den wir dam bei der frciwilligen Ruckkehr zum Anfangszustand als Arbeit wiedergewinnen, oder wir konnen durch einen photoelektrischen ProzeB die Energie des absorbiert werdendcn Lichtes direkt in elektrische umwandeln. Aber diese beiden Wege sind vorlaufig noch weit, weit entfernt von irgendwcIcher praktischen Verwendbarkeit. Die photoelektrischen Erscheinungen sind nur hochintereesante und bedeutungsvolle Objekte fur die Forschung des Physikersich glaube nicht, daD bei allen Ausfiihrungcn dieser Versuche schon Pferdekraftstunde strahlende Energie die Umwandlung in elektrische durchlaufen hatund bei den umkehrbaren photochemischen Prozessen liegt der Fall ganz ahnlich, nur daI3 an ihnen mehr der Chemiker sich abmiiht. J a , es mu13 bei beiden erst noch eine Schwieri keit eine vorteilhaf te Urnwandlung der strahlenden Energie erwartcn dad. Das Sonnenlicht ist bekanntlich aus sehr vielerlei Strahlen zusammengeaetzt ; die Zerlegung im Spektrum zeigt dem Auge Warben von Rot bis Violett, und Thermometer und photographische Platte lassen uns jenseits des sichtbaren Gebietes ultrarote und ultraviolette Strahlen erkennen. Jeder der erwahnten Vorgsnge ist nun empfindlich nur fur einen g e w h n Strahlenbezirk, fiir eino gewisse Farbe. Kur der Anteil des Sonnenlichts, den diese ausmacht, wird von ihm absorbiert und kommt fiir die Umwandlung in Arbeit in Frage, und da diese Spektralbezirke im allgemeinen recht eng begrenzt sind, so geht bei jedem solchen ProzeB ein grol3er Teil der Strahlung verloren, er wird im reaplierenden System odcr, wenn er es unabsorbiert passiert hat, hinter ihm unter Umwandlung in Warme nutz-10s verbraucht. Aber die wissenschaftliche Photochemie und gar das Studium der photoelektrischen Erscheiniingen stecken noch so sehr in den Kinderschuhen, daB es ein sehr heikles Unternehmen ware, von ihrem heutigen Stande aus eine etwaige kiinftige technische Entwicklung vorauszusagen oder abzuteugncn. Sicher ist es nicht, abcr gewiB auch nicht unmoglich, daB wir einst auf einem dieser Wege unseren Gesamtbedarf an maschinellcr Arbeit der Sonnemtrahlung entnehmen, ja, daD wir dann vielleicht auch alle m e r e Heizungen aus dieser Quelle betreiben, da ja die Umwandlung der mechanischen Arbeit in Warme keinerlei Schwierigkeiten macht. Dann wiirden wir die in den Kohlelagern noch gespeicherte Energie dcr vergangenen Jahrtausende nicht mehr verschwenden miissen, sondern sie nur noch dort gebrauchen, wo wir die Kohlc eben nicbt als Energiequelle, beseitigt werden, ehe man auch nur grundsiitzlich von i f men sondern atls Stoff benotigen, als Kohlenstoff, zur Reduktioii der Metalloxyde bei der hiittenmiinnkchen Gewinnung der Metalle und fiir einige sonstige chemische Reaktioncn, unter dcneu dann vielleicht auch die Synthese der Xahrungsmittel einen Platz hat.
doi:10.1002/ange.19150283403 fatcat:ufcn7dbtwnd6ni7ex6sg74zyji