III. Pathologie der Cilien

H. Herzog
1904 Ophthalmologica  
Hierzu Tafel 1-V.) 1. Die in vieler Beziehung, aucli hinsichtlich ihrer Steilung an einem Übergang von Schleimhaut zu äusserer Haut tlen Vibrissen nahestehenden C ilien zeichnen sich anatomisch und physiologisch durch eine Reihe von Besonderheiten vor den übrigen starken Haaren des Gesichtes aus: 1. Dieselben unterliegen einem relativ seh r häufigen W echsel, indem sie schon nach einer Lebensdauer von 130 bis 150 Tagen abgestossen werden. 2. Trotzdem werden sie in der Norm s te ts in derselben
more » ... te ts in derselben S tä rk e w ieder e rn e u e rt (10, S. 90). 3. Das Sekret, welches an der Grenze zwischen mittlerer Balg-bezw. Beetregion und dem Haartrichter in den Haarkanal abgesondert wird, bestellt nicht nur aus dem Sekret der daselbst mündenden Talgdrüsen (Z eiss'sche Drüsen), sondern auch aus dem ebenfalls in den Kanal des Haartrichters entleerten Sekret der Knäueldrüsen (Mo 11'sehe Drüsen). Ausnahmsweise mündet der Ausführungsgang der letzteren nicht innerhalb des Haartrichters, sondern dicht daneben. Wenn nun auch in der Norm durch dieses anatomische Verhalten wesentliche Differenzen in der Beschaffenheit des das Haar einfettenden Sekretes nicht bedingt sind, indem nach der von Unna entwickelten Lehre die Knäneidrüsen unter gewöhnlichen Verhältnissen auch nur ein fettartiges Sekret absondern, so ändert sich dieser Zustand naturgemäss bei stärkerer, mehr weniger wässriger Sekretion seitens der Moll'scheu Drüsen. Es leuchtet ein, dass durch diese Einrichtung bei abnorm starker Sekretion der Knäueldrüsen eine Vorrichtung getroffen ist, welche einer stärkeren Durch spülung des Haartrichterkanals dient, wie es bei anderen Haaren der Fall ist. -Andererseits ist durch diesen Konnex die Möglichkeit gegeben, dass Erkrankungen der Knäueldrüsen (Moll'schen Drüsen) auf den Follikel übergreifen, wie es auch ferner denkbar ist, dass eine überreiche Sekretion das Haar unter Umständen seines natürlichen Fettübcrznges berauben, und dadurch Gelegenheit zu oberflächlicher Maceration des Haares gegeben seiu kann.
doi:10.1159/000290135 fatcat:tabsv4uvzvcijiginbqw42mftu