Untersuchungen über das Aceton

G. Städeler
1859 Justus Liebig s Annalen der Chemie  
Bd. CX, S. 17 ff. dieser Annalen hat F i t t i g einzersetzungsproduct des Acetons beschrieben , das er Paraceton nennt, und wofur er die Formel C6Hs02 + 6 aq. aufstellt. Theorie und Versuch stimmen aber so wenig uberein, dafs man diese Formel nicht fur richtig halten kann. Es weichen die mitgethcilten Analysen nicht nur im Kohlenstoffgehalt urn 1 pC. unter einander ab, sondern auch der Wasserstoffgehalt wurde bei den sammtlichen Analysen um nahezu 1 pC. hoher gefunden, als der aiifgestellten
more » ... er aiifgestellten Formel entspricht. Solche Abweichungen kommen allerdings haufiger , j a fast durchweg bei den von F i t t i g gemachten Analysen vor , und da wir von einigen der analysirten Korper bereits bessere Analysen (z. B. von Ka n e und von H e i n t z; vgl. S. 21 u. 41) besitzen, so lafst es sich nicht verkennen, dafs Mange1 an Uebung in chemischen Arbeiten die Schuld daran tragen mag. Mehrere olformige Korper wurden offenbnr nicht hinreichend gereinigt, wahrend das s. g. Paraceton, das so leicht in gut ausgebildeten Krystallen anschiefst und dessen Reinigung daher g a r keine Schwierigkeit darbieten konnte , falsch analysirt und auch eine unrichtige Formel dafiir berechnet wurde. Dieser Korper nininit , schon seiner Entstehung wegen , ein ganz besonderes Interesse in Anspruch, und ich sah mich daher veranlafst, ihn einer neuen Untersuchung zu untcrwerfen. Tragt man Natriuni in wasserfreies Aceton ein, so wird, wie schon L o w i g beobachtete, das Metal1 heftig, aber ohne Wasserstoffentwickelung angegriffen , und es scheidet sich Natronhydrat in reichlichen weifsen Flocken ab. Die Flussigkeit wird allmalig breiformig und das mit Oxyd bekleidete 278 S t 6 d e 1 e r , Untersuchungen Natrium wirkt von da ab nicht mehr merklich auf das Aceton ein. Unterwirft man die breiformige Mischung der Destillation, so geht zuerst unzersetztes Aceton uber, und bei verstlrktem Feuer sammeln sich in der gewechselten Vorlage zwei Flussigkeiten an, eine wlsserige, vollkommen farblose Schicht, die von einem gelblichen pfeffermiinzahnlich riechenden Oel bedeckt ist. Giefst man das Destillat in eine Schale, um das noch anhangende Aceton vollstiindig verdunsten zu lassen, so verwandelt sich alsbald die wlsserige Schicht in eine weifse Krystallmasse, von der das Oel abgegossen und weiter durch Pressen zwischen Papier entfernt werden kann. Durch zweimaliges Umkrystallisiren aus wenig heifsem Wasser und Filtration der Losungen durch genlfstes Papier lassen sich die noch anhangenden kleinen Mengen von Oel leicht entfernen und die Krystalle vollkommen rein erhalten. 0,811 Grm. der Krystalle, die durch Pressen zwischen Papier und fiinfstundiges Stehen an der Luft von anhlngendem Wasser befreit wnren, gaben bei der Verbrennung 0,9395 Grm. Kohlenslure und 0,844 Grm. Wasser. 0,4505 Grm. einer anderen Krystallisation gaben nach 12-bis 18stiindigem Stehen an der LufL 0,5225 Grm. Kohlensaure und 0,467 Grm. Wasser. Diese Verh8ltnisse fuhren zu der Formel : C18H1202
doi:10.1002/jlac.18591110303 fatcat:pqstlibxqfhjzp23crmryxglj4