Über die Ungleichartigkeit der fünf Valenzen des Stickstoffs

Jakob Meisenheimer
1913 Justus Liebig s Annalen der Chemie  
Me i s c n he ini e r , Ober die UnyleicRari<qkeil w o . 273 Einroirkung von Plienylhydrazin auf die chlorhaltiye Pseudobase. Bildung eines Hydrazids (Formel XVI). 5 g Pseudobase werden mit 10 g Phenylhydrazin unter allmahlichem Zusatz von 50 ccm Alkohol einige Zeit anf dem Wasserbade erhitzt. Das Hydrazid scheidet sich aus, es wird nach dem Erkalten abfiltriert, in warmem Bceton gelost und durch vorsichtigen Zusatz von Wasser zum Auskrystallisieren gebracht. Schwarzrote, dicke Nadeln, gegen
more » ... ke Nadeln, gegen 155O unter Zersetzung schmelzend. Schwer loslich in Alkohol, vie1 leichter in -4ceton und in heiDer EssigsLure, im letzteren Falle unter teilweiser Zersetzung. *) Die Umwsndlung in eine tautomere Form spielt bei dieser Betrachtung keine Rolle. I) Vgl. dagegen A. Hantzsch, Ber. d. d. chem. Gee. 44, 1783 (1 91 1). Ungleichartigkeit der fGnf aber : Durch diese Reahtion ist Palenzen des Stickstoffs. 217 CHS\ CHs,N + C2H,0 + CHsOH . CHS bewiesen, dab die beiden Alkoxylgruppen nicht in gleicher Weise an das Stickstoffatom gebunden sind. Es fragt sich nun, wie man das Resultat zu denten hat. Die obigen Formeln gelten nnter der Voraussetzung, daD die Salzbildung der Aminoxyde unter Anfrichtung des Sauerstoffatoms vor sich geht: CHS\ CH,\ /OH CHs-N-0 +HC1 = CH,--N . CHs/ -CH,/ 'CI Die Aminoxydsalze werden aber auch als Ozoniumalze aufgefaDt nnd nach der iilteren Anschanung als CHs\ V. CH8-N=0 CH,/ formuliert. Auch A. Wernera) tritt fur die Oxoniumformel der Aminoxydsalze ein. Beriicksichtigt man gleichzeitig fur die Aminoxyde selbst die W ernersche Ammoninmtheorie (vgl. unten), so ergibt sich etwa folgende Formel: LcH,. .o J . . . HCI. Man hatte sich vorzustellen, daD in dieser Formel der Stickstoff den Sanerstoff mit derselben Affinitat wie eine der drei Methylgrnppen bindet. AnDerdem ist das Sauerstoffatom durch eine (Eaupt-oder Neben-) Valenz rnit einer der Methylgruppen (oder mit sich selbst) verbnnden. Das Wasserstoffatom der Saure ist direkt durch Nebenvalenz, der Silurerest vermittelst des Wasserstoffatoms mit dem Sauerstoff ~ereinigt.~) l) R. W i 11 s t ii t t e r , Ber. d. d. chem. Ges. .33, 1638 (1900). A. v. B a e y e r nnd V. V i l l i g e r , ebenda 34, 2683 (1901). ' ) Neuere Anschauungen auf dem Gebiete der anorganischen Chemie, Bramachweig 1909, 210. s , A. a. O., S. 204.
doi:10.1002/jlac.19133970303 fatcat:vg5ldzu2szhrrci4hrqb5f3ezi