Die Lymphgefässe der Gehörknöchelchen

August Rauber
1879 European Archives of Oto-Rhino-Laryngology  
DiG Lymphgef~sse der Knochen haben den Ruhm, unter allen Organsystcmen des K~irpers der Beobachtung den gr(issten und dafierndsten Widerstand geleistct zu haben. Es schien lange Zeit hindurch, als w~ren sic entwedcr ftir einc~ festen Boden fassende Untersuchung unnahbar~ oder als w~rcn iiberhaupt im Knochen Lymphgefasse nicht v orhanden. Es lagen wenigstens keinerlei Andeutungen vor~ nach welchen Richtungen hin die endliche AuflSsung des Rathsels erfolgen sollte. Man fragt sich erstaunt nach
more » ... ch erstaunt nach den Ursaehen tints so lang andauemden Dunkels. Wir dtirfen nicht zweifeln, dass vielfaltige Vers•che unternommen worden sind~ das genannte grosse System auch nach dieser Richtung hin zu bewi~ltigen. Normale und pathologische Histologie drangten schon lange dazu, hieriiber Erfahrungen za besitzen. Wenn also an der Bedtirfnissfrage kein Zweifel vorhanden war und ks in Folge dessert an zahlreichen Bemiihungen nicht gefehlt hat, lag die Ursache des auffallenden Nichterfolges etwa in besonderen Schwierigkeiten der Untersuchung? Ich m(ichte dies nicht behaupten. Es gibt vielmehr eine Reihe yon Organen~ yon welchen wir die Anordnung der Lymphgefi~sse verhaltniss-m~issig schon lange und genau kennen~ obwohl deren Untersuchung mindestens keine kleineren Sehwierigkeiten bietet, als der Knochen. Nicht immer aber geht die Erkenntniss des Leichteren, dem Schwierigeren voraus; es gibt auch anderwi~rts keine Reihenfolge tier Entdeckungen, welche sich blos nach tier Stufe der Schwierigkeit bemesscn liesse. Die Lymphgefi~sse der Knochen geben hiefiir ein weitcres Beispiel. Ich glaube, dass man desshalb nieht schon lange auf sit gcstossen ist, well der vor-Xrzhiv f. Ohrenheilkunde, XV. Bd. 6
doi:10.1007/bf01986101 fatcat:cdv5cdg2enbwza5nxlsdv5rlaq