Besprechungen

1912 Orientalistische Literaturzeitung  
letters belonging to the Kouyunjik collections of the British Museum. Part IX. I-XVIII. 941-1060. The University of Chicago Press, Luzac and Co., London, 1909. Bespr. yon S. Schiffer, jun., Paris. Der neunte Band der ABL enthält 98 Texte, von denen bisher etwa 28 bereits bekannt waren. Der Herausgeber hat namentlich 23 sorgfältige Kopien "Wincklers verwerten können. "Warum Nr. 969 in die Sammlung aufgenommen wurde, ist nicht einzusehen. Es ist hier weder Absender noch Empfänger genannt, und es
more » ... er genannt, und es scheint sich bei dieser Tafel lediglich um eine für die Kanzlei bestimmte Administrationsnotiz zu handeln. Ebenso ist auch Nr. 877 nur ein Freibrief de3 Sklaven oder in Pfandhaft gehaltenen Nabü-belsu-nu (Rev. 12), dessen Freilassung von fünf Bürgern, darunter einem aus der bekannten babylonischen Bankiersfamilie Egibi, urkundlich erklärt wird. Auch die Texte dieses Bandes sind meist stark beschädigt, so dass die Erschliessung des Sinnes dadurch oft vereitelt wird. In 24 Tafeln ist der Name des Schreibers weggebrochen. Der buntscheckige Inhalt der Briefe ist da und dort von besonderem Interesse, liefert aber im ganzen weitere Bausteine zur Rekonstruktion der babylonisch -assyrischen Kultur. Zunächst wird man die Aufmerksamkeit jener Korrespondenz schenken,die durchErwähnunghistorischerNamen hervorsticht. Hierzu gehört vor allem die Herausgabe des bekannten, neu kollationiertenBriefes (s. III R 4, Nr. 5), den Adad-sum-usur, König von Kardunias an die zwei Könige von Assur, Asur-narara undNabüdän, gerichtethat(Nr. 924), und aus dem die Oberhoheit Babyloniens über Assyrien unter diesen Nachfolgern Tiglat-Pilesersl. erhellt. Das wichtige Fragment erscheint zwar auch jetzt in demselben trostlosen Zustande wie bisher, aber die neue Kollation ist doch nicht ganz ohne wesentliches Ergebnis geblieben. Ein solcher wäre in dem sa am Anfang von Z. 5 zu erblicken, das sich auf eine dritte Person beziehen, die Subjekt zu il-ta-an-ni-ku-nu[si] in Zeile 7 sein dürfte. Der Grosskönig wirft seinen Vasallen vor, dass sie sich von dritter Seite zu la si-bit te-e[-me] bel-ku-nu "Nichteinhalten des Befehls eures Herrn" hätten abwenden die Götter euren Verstand verändert haben" (Obv. 8-9). Nr. 917 ist jedenfalls an die "Mutter des Königs" Sargon II. gerichtet, denn Obv. 16-17 ist von Hu-ba-ni-ga-as die Rede. Die Meldung von einer elamischen, militärischen Operation an der Grenze (Besetzung einer Brücke, Obv. 6-8) dürfte aus der Zeit des Krieges mit Merodachbaladan herrühren. Als Herr von Babylonien erscheint der Assyrer in Nr. 942, wo der.Schreiber über die schwere Heimsuchung der Städte der (amel) Gur-ra-nammu und namentlich von Ur, Nippur (erg. AN N λ ν β + EN), Eridu und Sa-Belit-iddina(na) seitens des Aramäerstammes Pukudu und der Leute vou mät Tamtim klagt (Obv. 7-11), und wo Rev. 13 des Marduk-apla-iddina gedacht wird. Es ist hierzu Nr. 947 Rev. 4-8 zu vergleichen:
doi:10.1524/olzg.1912.15.16.179 fatcat:nwr3e4636zeankmgxs4fvb4rzy