Die operative Korrektur rheumatischer Fußdeformitäten – Tipps und Tricks

U. Illgner, H. Seintsch, S. Rehart
2016 Aktuelle Rheumatologie  
beachtet, da die notwendige vollständige Untersuchung mit Ausziehen von Schuhen und Socken aus Zeitmangel immer weniger praktiziert wird und im Disease Activity Score 28 (DAS-28) die Fußgelenke gar nicht integriert werden. Die initiale Synovialitis wird so oft zu spät erkannt und es können Fehlstellungen und Gelenkdestruktionen bis hin zur Gehunfähigkeit und Unmöglichkeit der Schuhversorgung mit hoher Ulkusgefahr entstehen. Diagnostik ▼ Entscheidend ist als Erstes, die genaue Diagnose zu
more » ... , was durchaus nicht immer der Fall ist. So dauert z. B. das Stellen der Diagnose des Hintergrund ▼ Patienten mit chronisch-entzündlicher Grunderkrankung zeigen im Verlauf ihrer Erkrankung in bis zu 85-100 % einen Befall der Fußgelenke [1]. Je nach Art der entzündlichen Systemerkrankung und dem individuellem Verlauf können sowohl Gelenke als auch Sehnen und Bänder, beginnend meist mit einer Synovialitis, gefolgt von zunehmender Schädigung bis hin zur Zerstörung von Sehnen und Gelenken, betroffen sein. Oft liegt ein charakteristisches krankheitsspezifisches Schädigungsmuster vor (z. B. "Strahlbefall" bei Psoriasisarthritis) [2, 3]. Wenn die Hände "das Aushängeschild" des "Rheumatikers" sind, so können seine Füße als dessen "Spiegelbild" bezeichnet werden. Sie werden in der Praxis oft viel zu wenig Autoren U. Illgner 1 , H. Seintsch 1 , S. Rehart 2 Institute Die Institutsangaben sind am Ende des Beitrags gelistet Zusammenfassung ▼ Der Fuß ist im Laufe einer chronisch-entzündlichen Erkrankung fast immer und meist von Anfang an mitbetroffen, die entsprechenden Affektionen dürfen nicht übersehen werden. Nach ausgereizter konservativer Behandlung ist eine präzise perioperative Planung inklusive des Umgangs mit der Basistherapie erforderlich, dann profitieren die Patienten auch mit hoher Wahrscheinlichkeit deutlich von operativen Eingriffen. Obwohl gelenkerhaltende Eingriffe immer mehr mit Erfolg durchgeführt werden können, stellen die rheumaspezifischen Operationsverfahren weiterhin den Hauptanteil. Arthroskopien haben einen hohen Stellenwert am oberen Sprunggelenk. Ein endoprothetischer Ersatz kann an OSG und am Metatarsophalangealgelenk nach sorgfältiger Abwägung durchgeführt werden. Es besteht ein erhöhtes perioperatives Risiko, deshalb empfiehlt es sich, rheumatisch-destruierte Füße von speziell für diese Problematik ausgebildeten orthopädischen Rheumatologen versorgen zu lassen. Abstract ▼
doi:10.1055/s-0042-108723 fatcat:zwzvnediw5aynfplurut3yiyci