Neue Aspekte zur Villinger Stadtbefestigung

Bertram Jenisch, Denkmalpflege In Baden-Württemberg – Nachrichtenblatt Der Landesdenkmalpflege
2014
Die Reste der Befestigungsanlage Villingens stellen noch heute das beeindruckendste profane Bauwerk des Mittelalters in der Stadt dar. Neben dem Schutz, den die Stadtbefestigung den Bewohnern Villingens gewährte, hatte sie im Mittelalter vor allem eine rechtliche Bedeutung. Die Stadtmauer ist für Historiker ein eindeutiges Kriterium der Stadt, die sie von einer ländlichen Siedlung unterscheidet. Sie schied den bevorrechteten Siedlungsraum und Marktort im Brigachbogen vom Umland ab. Die Funktion
more » ... nd ab. Die Funktion als Grenze von Rechtsbereichen wird an einer Begebenheit aus dem Jahre 1315 deutlich. Über einen Streit um Grundbesitz auf der Villinger Gemarkung mußte Graf Egon von Fürstenberg in der doppelten Funktion als Vilfinger Stadtherr und Landgraf der Baar zu Gericht sitzen. Die Schwierigkeit, die sich daraus ergab, löste er, indem er sein Landgericht "auf dem Graben in Villingen", also auf der Grenze des eximierten Stadtbezirkes, abhielt.
doi:10.11588/nbdpfbw.1994.3.13419 fatcat:vzsgyzyugfaynbru6b6egtqa7e