Eine neue Art der Verwendung des Celluloid zu festen Verbänden

F. Hersing
1901 Deutsche Medizinische Wochenschrift  
Das Celluloid sollte eigentlich als das Ideal eines Stoffes zu festen Verbänden betrachtet werden, da es sich neben einer grossen Festigkeit durch Leichtigkeit, Widerstandsfähigkeit gegen Säuren und leichte Abwaschbarkeit vor allen anderen Verbandstoffen auszeichnet. Gleichwohl hat es bisher nicht vermocht, sich als solcher in der Chirurgie einzublirgern. Es liegt dies in der Schwierigkeit begründet, das Cclluloid formbar zu machen, ohne ihm seine Härte und Festigkeit zu nehmen. Die in
more » ... en. Die in Fischer's Verbandlehre (1884, S. 50) erwähnte Thatsache, dass Celluloid bei Erwärmung auf 1200 formbar wird und sich dann zu Schienen verwenden lässt, konnte nicht sehr empfehlenswerth zur Anwendung desselben bei Unglücksfällen oder am Krankenbette erscheinen. Auch das Verfahren von Landerer und Kirsch (Centraiblatt für Chirurgie 1896) und von W. May er (Berliner klinische Wochenschrift 1899, No. 1), welche das Celluloid in Aceton zu einer syrupdicken Flüssigkeit erweichten, scheint keine grosse Verbreitung in der Praxis gefunden zu haben, obgleich die nach demselben angefertigten Verbände tadellos genannt werden müssen. Es liegt dies
doi:10.1055/s-0029-1186637 fatcat:sakpvqblkbbfth5ursykhqxcye