Untersuchungen zur Rolle des Transkriptionsfaktors "Krueppel-like factor 4" in der Sertoli-Zelle der Maus

Maren Godmann, Renkawitz-Pohl, Renate (Prof. Dr.), Biologie
2011
Der Zinkfinger-Transkriptionsfaktor "Krueppel-like factor 4" (Klf4) wird in Epithelzellen vieler Gewebe, wie z.B. des Darms, des Magens und der Haut stark exprimiert. Er ist fuer die terminale Differenzierung dieser Zellen essentiell und spielt eine Rolle waehrend des Zellzyklus. Konstitutive "knock out" Mäuse sterben kurz nach der Geburt, da aufgrund des Verlustes von Klf4 die Schutzbarriere der Haut nicht mehr aufgebaut werden kann und die Tiere vertrocknen. Eine hohe Klf4-mRNA-Abundanz
more » ... mRNA-Abundanz konnte ebenfalls in den runden Spermatiden des Hodens detektiert werden. Zudem wird die Expression dieses Transkriptionsfaktors nach Behandlung mit dem Follikel-stimulierenden Hormon (FSH)in den epithelialen Sertoli-Zellen, den sogenannten "Nährzellen" der maennlichen Keimzellen, sehr stark induziert. Um die Rolle des Transkriptionsfaktors "Krueppel-like factor 4" in den Sertoli-Zellen zu untersuchen, wurden im Rahmen dieser Arbeit Sertoli-Zell-spezifische Klf4 "knock out" Mäuse mit Hilfe des Cre/loxP-Systems generiert. Adulte Tiere waren trotz der Deletion von Klf4 fertil. Ihre Hoden produzierten Spermien und waren histologisch unauffaellig. Die Klf4-defizienten Sertoli-Zellen waren somit in der Lage die Spermatogenese vollstaendig zu unterstuetzen. Jedoch konnten an juvenilen Hoden um den Zeitpunkt der terminalen Sertoli-Zell-Differenzierung (Tag 18, Tag 20 nach der Geburt) starke morphologische Differenzen zwischen Kontrolltieren und Mäusen mit einer Sertoli-Zell-spezifischen Klf4-Deletion herausgestellt werden. Der Verlust von Klf4 in den Sertoli-Zellen resultierte um den Tag der terminalen Differenzierung in einer Reifungsverzoegerung dieser Zellen, welche sich in einer verzoegerten Bildung des Tubuluslumens, schwankenden Tubulusdurchmesser sowie einer starken Vakuolisierung des Sertoli-Zell-Cytoplasmas äußerte. Mit Hilfe von Microarray-Analysen konnten differentiell exprimierte Gene identifiziert werden, die einen moeglichen molekularen Erklaerungsansatz fuer den beobachteten Phaenotyp lieferten. Aufgrund dieser Untersuchu [...]
doi:10.17192/z2006.0139 fatcat:e5hr5zfabzbofdlbmkhoc3znsu