Notiz über kolloïdales Acetylenkupfer

Franz Küspert
1903 Zeitschrift für anorganische Chemie  
Setzt man zu einer wasserigen Losung gereinigten Acetylens, wie sie bei der Demonstration der Loslichkeit dieses Oases erhalten wird, eine geringe Menge ammonakalisches Kupferchloriir, so wird sie tiefrot und bleibt durchsichtig. Anscheinend liegt ein Hydrosol des Acetylenkupfers vor, weil die Flussigkeit einige Zeit haltbar ist. Beim Filtrieren jedoch lauft sie farblos ab. Wasserglas, welches nach meinen fruheren Erfahrungen fur die Darstellung von kollordalem Silbet und Gold brauchbare
more » ... d brauchbare Dienste als Schutzmittel leistet, versagt in diesem Falle; nur ganz vereinzelt wurden filtrierbare Losungen erhalten. Dagegen liefern Gelatinelosungen, selbst wenn sie nur 0.2 Ol0ig sind, filtrierbare Sole von langer Bestandigkeit und prachtig roter Farbe. Rein hochrote Losungen erzielt man dann, wenn durch Zusatz Hydrocylaminsulfat zur Cuproarnmoniaklosung deren Oxydation verhindert wird. Bei Anwesenheit yon Cupriammoniak entstehen nach braun nuanzierte TBne. Das Erstarren der Gelatine und wiederholtes Einleiten eines raschen Acetylenstromes in cinen zu */g mit Wasser gefiillten 2 Liter fassenden runden Stehkolben durch ein bis zur Flussigkeitsoberflache reichendes Rohr ; Verschliefsen mit nafegemachter Hand; Umschiitteln. Ein durnpfer Knall beim Wegziehen der Hand zeigt die Absorption an. Zur LSsung kommt Kupferchloriirammoniak (1 Federmesserspitze CuCl, ca. 1 ccni konzcntriertes NH,). Die Erwiihnung dieser Nebenumstiinde diirfte nicht iiberfliissig sein, da die im Text geschildcrte Erscheinung beim Einleiten ron Acetylen in verdiinnte CuproammoniaklSsung nicht oder nur ganz voriibergehend eintritt, sondern Bildung des bekannten Niederschlags. Ber. deutsch. chem. Ges. 35, 4066. 4070. Hehufe Darstellung avderer Kolloi'dc friiher schon von LOBRY DE BHIIYN Chem. Centrbl. 1900 11, 888 (Ref.). verwendet.
doi:10.1002/zaac.19030340139 fatcat:etwa6nmt4ncrva4bb43k6d4mfa