Uber die Gattung Olmediella Baill

Th. Loesener
1905 Notizblatt des Königl botanischen Gartens und Museums zu Berlin  
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more » ... des Königl. botanischen Gartens und Museums zu Berlin. Vor einigen Jahren hatte ich die im biesigen botanisehen Garten in Kultur befindlichen Arten der Gattung Rlex einer Durebsicht zu unterziehen, und es fiel mir dabei eine Pflanze auf, die ganz den Eindruck einer Ilex-Art aus der nechsten Verwandtschaft vom europiischen Hilsenstrauch machte. Eine niihere Besichtigung ergab jedoch, daB es sich um ein Gewichs handele, das zu einer ganz andern Gruppe des Pflanzenreichs gehtoren mllsse. Die Pflanze war in mebreren z. T. recbt groBen Exemplaren vertreten und muBte nach den Aussagen von Obergirtner StrauB bereits etwa seit einem halben Jahrhundert sich bei uns in Kultur befinden, ohne jemals Bltiten oder gar Frtichte gezeigt zu haben. Auch tiber das Vaterland lagen hier keine Angaben vor. Die einzelnen Exemplare trugen Bezeichnungen wie nIgnota", nQuercus spec.I meist aber .1lex spec." Spaiter fand ich die Pflanze noch im Herb. Braun, eingelegt aus dem Berl. botan. Garten im Jabre 1855 und 1860. Zur Gattung Ilex, zu den Aquifoliaceen oder einer andern Familie aus diesem Verwandtschaftskreise konnte die Pflanze aus folgenden Grlinden nicht gehuoren: 1. Sie stimmte mit keiner der Aquifoliaceen-Arten tiberein. Es h'atte sich also hbochstens um eine neue Art handeln kuonnen, die dann die Zahl der auf Grund von mangelhaft bekannten kultivierten Exemplaren aufgestellten Arten, wie sie bedauerlicherweise so oft von glrtnerisch interessierter Seite veroffentlicht werden, um eine vermehrt haben wUirde. 2. Sie zeigte im vegetativen Bau ein Merkmal, das den ganzen genannten Verwandtschaftskreis von vornherein aussehloB. Am Grunde der Blattspreite findet sich ntmlich nnmittelbar dort, wo die Spreite in den Blattstiel uibergeht, jederseits am Rande je ein kleines Htockerchen, das phylogenetisch sich ja wohl aus einem solchen Blattrandstachel oder Blattrandzahn, wie sie in gr'oBerer oder geringerer Anzahl den Blattrand umsiiumen, entwickelt haben mag, irn ibrigen aber von ganz anderer morphologischer, physiologischer und biologischer Natur ist. Die Huockerchen sind nach oben etwas verbreitert und vollkommen stumpf und bestehen in ihrem Inneren aus einem dichten parenchymatisohen Gewebe, das nicht der ganzen Lunge nach von Mestomstrlingen oder Leitbiindeln durchzogen wird, wie es bei den Randstacheln der Fall ist, sondern das nur am Grunde des Hockerchens die This content downloaded from 91.229.229.96 on Sat,
doi:10.2307/3993920 fatcat:okctzfmjcnfcnhyltpbghn2ica