DER VOGELZUG AUF DER GREIFSWALDER OIE 1931

Hans Sturm
unpublished
Aufgabe und Arbeitsweise. Der Gedanke liegt recht nahe, daß entsprechend ihrer Lage über die Oie ein ähnlicher Vogelzug hinweggeht, wie wir ihn von Helgoland kennen und wie ihn Drost (1930) von der Schlangeninsel schildert. Mir lag zu-nächt daran, zu untersuchen, in welcher Stärke und vor allen Dingen mit welcher Regelmäßigkeit der Zug auf der Oie zu beobachten ist, dann an der Beantwortung der Frageii, wieweit sich die Erscheinungen mit denen auf den bisher untersuchten Inseln vergleichen
more » ... ln vergleichen lassen, und welche Ueber-einstimmung und Zusammenhänge zwischen der Oie und dem Gebiet der Vogelwarte Rossitten bestehen. Festzustellen war ferner, inwieweit durch die im Vergleich zu anderen Punkten große Festlandnähe-Helgoland 64 km von der Elbemündung bei Cuxhaven, 43 kin von Wangerooge, 50 km von Ording/Eiderstedt; die Schlangeninsel 40 km von der Donau-mündung bei Sulina, die Oie 10,5 km von Usedom (Peenemünder Haken, 12,5 km von Rügen (Thiessow)-und besonders durch das sich bedeu-tend weiter nach Norden erstreckende Rügen ein Einfluß auf die Zug-vögel ausgeübt wird. Bei der Durchführung der Arbeiten wurde die von Drost auf der Schlangeninsel geübte Methode verwandt. Für die Zeit der Frühjahrs-beobachtungek (8. 4.-1. 5.) war eine gewisse Einschränkung bei der Durchführung der Untersuchungen nicht zu umgehen, da Richtungs-und Zeitfeststellungen, außerdem die Bestandsaufnahmen viel Zeit in Anspruch nahmen. So wurde auf den Fang in Netzen, der eine sf.ändige Kontrolle erfordert, für diese Periode verzichtet. Eingehender waren die Herbst-beobachtungen (4. 9.-20. 10.) durchzuführen, da ich in meinem Studien-freund Fritz Kanitz eine zuverlässige Hilfe fand. Auch an dieser Stelle möchte ich Herrn Kanitz herzlichst danken, beruht doch ein großer Teil des Erfolges auf seiner sachlichen Mitarbeit. Für den Fang standen zwei Spiegelnetze und eine Netzreuse-Winkelreuse nach derrr Muster der Reuse I im Helgoländer Fanggarten-zur Verfügung. Die Winkelreuse wurde von der Netzfabrik Blum (Eichstedt/Bayern) in neun Teilstücken hergestellt. Garnstücke 30/9, Maschenweite 15 mm. war Aufstellung wurden dünne Kiefernstämmchen verwandt, die nach außen verspannt wurden. Trotz ihrer leichten Bauart hat sich die Reuse auch bei Sturm bis zu 20 sec/m gut bewährt. Zur Erfassung besonders der Ankunfts-richtung war es möglich, zumal vom 5. 10. bis 16. 10. eine dritte Kraft, 12
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