Soil man zur Prophylaxe postoperativer thromboembolischer Komplikationen Heparin mit Dihydroergotamine kombinieren?

U.F. Gruber
1980 Gynäkologisch-Geburtshilfliche Rundschau  
In der vorliegenden Arbeit wird eine seit kurzem empfohlene neue Methode einer postoperativen Thromboseprophylaxe beschrieben. Dabei erfolgt zu der üblichen Heparintherapie die zusätzliche Gabe von Dihydroergotamin (Dihy-dergot). Grundlage dieser Therapie ist die Überlegung, dass durch eine Kombination von Medikamenten sowohl die Hyperkoagulabilität des Blutes als auch die venose Stase beeinflusst wird, da Dihydroergotamin neben einer Sympathikolyse auch eine direkte tonisierende Wirkung auf
more » ... ende Wirkung auf die glatte Gefássmuskulatur der Venen zeigt. Bisher wurden insgesamt 9 Studien mit teilweise sehr inhomogenem Kran-kengut durchgeführt. Dabei zeigte sich beim Vergleich mit Kontrollgruppen, die Gruber 126 nur mit Heparin behandelt wurden, eine etwas bessere thromboprophylaktische Wirksamkeit und Verträglichkeit. Endgϋltige Aussagen sind jedoch noch nicht möglich, und der Autor be-richtet liber das Anlaufen von klinischen prospektiven, randomisierten ver-gleichenden Multizenterstudien mit dem Ziel, die Wirksamkeit der Kombina-tionstherapie zur Verringerung der Anzahl von postoperativen Lungenembolien zu objektivieren. Für die Praxis: Eine Heparintherapie bzw. eine Kombinationstherapie mit Dihydroergotamin wird üblicherweise nur stationär durchgeführt, so dass die erwähnte Therapie für die Praxis nur indirekte Bedeutung hat. Der Einsatz von Dihydroergotamin allein als Thromboprophylaktikum, eventuell in Kombination mit anderen Medikamenten, bietet möglicherweise auch für die Praxis eine beachtenswerte Alternative. Für die Klinik: Im Augenblick ist der Vorteil der Kombinationstherapie gegenüber der klassischen Heparintherapie noch zu wenig verifiziert. DasErgebnis der angelaufenen Studien wird zeigen, ob bzw. inwieweit sich die dieser Therapie zugrundeliegende Überlegung auch tatsächlich in einer statistisch signifikanten Senkung von postoperativen Thromboembolien äussert.
doi:10.1159/000268919 fatcat:e4qdunasrzdx5p7hicyvd66jpe