Chemische Untersuchung der Milch des Kuhbaums und einer anderen südamerikanischen Pflanzenmilch

W. Heintz
1845 Annalen der Physik  
Kuhbaurns und einer anderen sudamerikanischen Pjanzenmilch; oon M? H e i n i z . I m vergangenen Hcrbst sendetc Dr. H. K a r s t e n , der sich gegenwartig zu St. Esteban, in der Provioz Venezuela, befindet, zwei mit dem Milchsaft des Pafo de Leche oder Palo de Vaco gefiiltte Flaschchen der Berliner Academie der Wissenschaften eiu, welche mir durch Hrn. Prof. E h r e n b c r g zur naheren chemischen Untersuchuiig iibergeben wurdcn. Es ist bekannt, dafs der Baum, von welchem dieser Saft stammt,
more » ... ieser Saft stammt, und aus welchem er in so grofser Menge nach seiner Verwundung austliett, so wie er selbst durcb A. v. H u m b o l d t ') in Europa bekannt geworden ist. Die Pflanze wurde damals von K u n t h nach den wenigen Blattern, welche demselben zu ibrer Bestimmung iibergeben worden waren, ffir eine Urficee erklart. Er nannte sie vorliiufig Galaclodendrum ulile. Spater zeigte D o n , daB sie zu der Gattung Brosirnum zu rechnen sey, wie auch schou K u n th vcrmuthet hatte. Etwas spater habeii B o u s s i n g a u l t uud M a r i a n o d e R i v e r o a ) in Amerika selbst den Saft chemisch untersucht, und darin gefunden: 1) Wachs, 2) einen Stoff, dcn sie fur dem thierischen Faserstoff identisch erklarten, 3) Zucker, 4) ein Magnesiasalz, welches keine Essigsiiure enthielt, 5 ) Wasser. Ferner hat E. S 01 ly 3, eine freilich nicht sehr ausfiihr-1) Rilution historique, V ; oder Annaies de chimie et de plrysivuc, V I I , p . 182. 2 ) Annules de chimrc et de physique, XXIII, p . ?19. 3 ) Phil. Xagurine (1637, ) V o l . X I . p . 452. fiihrliche Abhandiung uber die Kuhbaummilcb bekannt gernacht, worin Resultate angegeben sind, die wenigstens beweisen, dab die von E n . K a r s t e n gesendete Milch von demselben Baume stammt, wie die von ihm untersuchte. Er fand: 1) Wasser 62,OO 2 ) Galactin (Ham und Wachs) 30,57 3) Gummi und salzartige Stoffe, wahr-4 ) Gluten und Albumin 3.06 scbeinlich essigsaure Magnesia 4 3 7 100. Vor einigen Jahren hat M a r c h a n d ' ) die Untersuchung eines Milchsafts publicirt , welcher durch deu Sohn des Director 0 t t o aus Caraccas, als von dem Palo de Yuca herstarnmead, nach Berlin gesendet worden war. Er gelangte bei Untersuchung derselben zu Resultaten, die von denen B o u s s i n g a u l t ' s und M a r i a n o d e R ivero's, so wie Solly's so aehr abweichen, dafs man dadurch auf die Verlnulhung kommen rnufs, dafs sie verschiedene Pflanzenssfte untersucht haben. Er fand nlmlich in dernselben: 1 ) Wasser, 2 ) giihrungsfahigen Zukker, 3) Kalkerde, Magnesia, gebiiiiden an Pbosphorszure, Spuren von Essigsaiue und Butterslure, 4 ) drei verschiedene Hane, deren Zusammensetzuiig er gleich C' "H 60, CaUH31 0 und C 5 0 H 8 * O angiebt, 5) einen kautschukiihnlichen Stoff gleicb C4OHS6O3. Ich glaube, dafs die abweichenden Resultate der genannten Forschw durcli die nachfolgende Arbeit hinreicliend erkliirt merdea. Wie ich schon oben erdihnte, erhielt ich zwei Flaschen dieses Saftes, von denen die einc g d s e r e , welche nur mit einern gut schliefseoden, fest mit Bindfaden verbundenen, aber uicht mit Pech umgossenen Korkpfropfen verschlossen war, den ungemischten Milchsaft, die andere kleinere aber , deren Korkpfropfen mit Sie-1) Journal fir praaircha Chemie, Bd.21, S. 43. 1840. PoggendorIT's AM^. Bd. LXV. 16
doi:10.1002/andp.18451410608 fatcat:3b54x56gvzhohed4ufbf7pb7rm